Theater des Monats September 2019

Deutsches Theater Berlin, Außenansicht, © Arno Declair
Deutsches Theater Berlin, Außenansicht, © Arno Declair

Deutsches Theater Berlin / Außenansicht

Fotos: © Arno Declair


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Deutsches Theater Berlin

Chronik

1850 – 1883: Das Friedrich Wilhelmstädtische Theater
Der Theaterarchitekt Eduard Titz errichtet das "Friedrich-Wilhelmstädtische Theater", den Grundbau des heutigen Deutschen Theaters.

1883 – 1894: Das Deutsche Theater
Eine Sozietät bekannter Schauspieler um den damaligen Besitzer Adolph L'Arronge gründet das Deutsche Theater. Georg Engels, Theresina Gessner, Josef Kainz, Hedwig Niemann-Raabe, Otto Sommerstorff und Agnes Sorma zählen zu dem herausragenden Ensemble. Das DT erhält aufgrund seiner Klassikeraufführungen den Ruf, eine Stätte klassischer deutscher Bühnenkunst zu sein.

1894 – 1903 "Das gute Neue": Otto Brahm
25.09.1894 Die erste öffentliche Aufführung des Stücks Die Weber von Gerhart Hauptmann findet im DT statt. Wilhelm II. kündigt daraufhin aus Protest die Hofloge. Zu dem berühmten Ensemble Brahms gehören u. a. Rosa Bertens, Else Lehmann, Hermann Müller, Emanuel Reicher, Max Reinhardt, Rudolf Rittner, Oscar Sauer und Agnes Sorma. Schwerpunkt des Spielplans bilden die Werke von Hauptmann, Ibsen und Schnitzler.

1905 – 1932 "Theater als großes Fest": Max Reinhardt
1905/06 Reinhardt wird Intendant und Eigentümer des DT. 8.11.1906 Eröffnung der Kammerspiele 1.3.1933 Als letzte Inszenierung Max Reinhardts am DT wird Hofmannsthals Das große Welttheater aufgeführt. Reinhardt macht das DT zum Zentrum deutscher Theaterkunst und führt es mit diversen Gastspielen zum Weltruhm. Sein Repertoire umfasst die unterschiedlichsten Stilrichtungen des europäischen Theaters. Berühmt sind seine Shakespeare-Inszenierungen (Shakespeare-Zyklus). Fast alle namhaften Schauspieler des ersten Drittels des vergangenen Jahrhunderts gehören Reinhardts Ensemble an: Albert Bassermann, Elisabeth Bergner, Tilla Durieux, Gertrud Eysoldt, Lucie Höflich, Werner Kraus, Alexander Moissi, Albert Steinrück, Paul Wegener und viele mehr.

1934 – 1944 "Zwei KZs auf Urlaub": Heinz Hilpert
1937 Die Reinhardtschen Kammerspiele werden im Sinne Joseph Goebbels umgestaltet.
01.09.1944
Das DT wird wie alle Theater auf Befehl Joseph Goebbels geschlossen. Hauptmann, Shakespeare und die Klassiker bestimmen den Spielplan neben einigen nationalsozialistischen Tendenzstücken. Zum Ensemble gehören u. a. Ewald Balser, Paul Dahlke, Käthe Dorsch, Brigitte Horney, Angela Salloker, Albin Skoda, Paula Wessely und Otto Wernicke.

1945/1946 "Neuanfang": Gustav von Wangenheim
07.09.1945
Das DT wird mit Lessings Nathan der Weise (Regie: Fritz Wisten) wiedereröffnet mit Paul Wegener in der Titelrolle.

1946 – 1963"Partei nehmen": Wolfgang Langhoff
Neben Aufsehen erregenden Klassikerinszenierungen und sowjetischer Revolutionsdramatik stehen Stücke jüngerer Autoren (Peter Hacks, Heinar Kipphardt) auf dem Spielplan. Zum Ensemble gehören Reimar Joh. Baur, Trude Bechmann, Gerhard Bienert, Bärbel Bolle, Ursula Burg, Ernst Busch, Mathilde Danegger, Horst Drinda, Fred Düren, Eberhard Esche, Herwart Grosse, Wolfgang Heinz, Horst Hiemer, Ernst Kahler, Inge Keller, Willy A. Kleinau, Walter Lendrich, Lisa Macheiner, Dieter Mann, Otto Mellies, Klaus Piontek, Käthe Reichel, Gudrun Ritter, Friedo Solter, Margarethe Taudte, Eduard von Winterstein und viele andere.

1963 – 1969 "Theaterwunder": Wolfgang Heinz
Bedeutende weltbekannte Inszenierungen entstehen: Benno Besson inszeniert Der Frieden von Peter Hacks (1962), Der Drache von J. Schwarz (1965), Ödipus Tyrann von Sophokles (1967). Der Faust (1968) in der Regie von Adolf Dresen und Wolfgang Heinz führt zu einer großen Theaterkontroverse. Zum Ensemble gehören u. a. Margit Bendokat, Dieter Franke, Christian Grashof, Elsa Grube-Deister, Jürgen Holtz, Volkmar Kleinert, Dietrich Körner, Rolf Ludwig, Lisa Macheiner und Christine Schorn.

1970 – 1972 Hanns Anselm Perten
1972 – 1982 Gerhart Wolfram
1982 – 1984 Rolf Rohmer
Neben Inszenierungen von Thomas Langhoff, Friedo Solter und Rolf Winkelgrund bestimmen Alexander Langs provozierende zeitgenössische Interpretationen von Klassikern den Spielplan. Zum Ensemble gehören u. a. Kurt Böwe, Christian Grashof, Gabriele Heinz, Alexander Lang, Ulrich Mühe, Katja Paryla, Johanna Schall, Barbara Schnitzler, Hilmar Thate, Jutta Wachowiak und Simone von Zglinicki.

1984 – 1991 "Endspiel": Dieter Mann als Intendant
Die neue Politik von Glasnost ermöglicht die Aufnahme Werke kritischer sowjetischer und ostdeutscher Dramatiker in den Spielplan des DT. Neben Frank Castorf gehören Thomas Langhoff und Friedo Solter zu den Regisseuren am DT. Heiner Müller inszeniert seine Stücke Der Lohndrücker (1988), Hamlet/Hamletmaschine (1990) und Mauser (1991). Zum Ensemble gehören u. a. Jörg Gudzuhn, Cox Habbema, Roman Kaminski, Dagmar Manzel, Dieter Montag, Michael Schweighöfer und Bernd Stempel.

1991 – 2001 "Vorsichtiger Wandel": Thomas Langhoff
Neben Thomas Langhoff inszenieren Jürgen Gosch, Alexander Lang, Amélie Niermeyer und Johanna Schall.

1996 – 1999 "Neue Dramatik": die DT-Baracke
Die von Thomas Ostermeier und Jens Hillje geleitete Baracke etabliert sich als eine der erfolgreichsten jungen Bühnen Deutschlands.

2001 – 2008 "Verweile Doch": Bernd Wilms
2008/2009 Oliver Reese Neben Barbara Frey (Medea) inszenieren Jürgen Gosch (Onkel Wanja, Die Möwe), Dimiter Gotscheff (Die Perser), Michael Thalheimer (Emilia Galotti, Faust, Orestie und Die Ratten) und andere am Deutschen Theater. Zum Ensemble gehören u. a. Constanze Becker, Meike Droste, Samuel Finzi, Nina Hoss, Ingo Hülsmann, Alexander Khuon, Sven Lehmann, Ulrich Matthes, Ernst Stötzner, Almut Zilcher und Regine Zimmermann.

Seit 2009 "Unsere hartnäckige Zuneigung gehört dem zeitgenössischen Theater": Ulrich Khuon Neben klassischen Bühnenwerken stehen Stücke zeitgenössischer Autoren (Lukas Bärfuss, Dea Loher, Thomas Melle, Roland Schimmelpfennig und Ferdinand Schmalz), oft uraufgeführt im Zentrum des Repertoires. Jedes Jahr finden die Autorentheatertage, ein Festival der zeitgenössischen Dramatik, statt. Maßgebliche Regisseure sind u. a. Brit Bartkowiak, Jan Bosse, Sebastian Hartmann, Stephan Kimmig, Tilmann Köhler, Bastian Kraft, Andreas Kriegenburg, Martin Laberenz, Daniela Löffner, René Pollesch, Christopher Rüping und Jette Steckel. Zum Ensemble gehören u. a. Maren Eggert, Corinna Harfouch, Alexander Khuon, Ulrich Matthes, Bernd Moss, Sophie Rois, Anja Schneider, Bernd Stempel und Regine Zimmermann.