Theater des Monats April 2019

Landestheater Detmold, Außenansicht, © Landestheater Detmold
Landestheater Detmold, Innenansicht, © Landestheater Detmold

Landestheater Detmold / Außen- und Innenansicht

Landestheater Detmold, Grabbe-Haus, © Landestheater Detmold
Landestheater Detmold, Junges Theater, © Landestheater Detmold

Landestheater Detmold / Grabbe-Haus und Junges Theater

Fotos: © Landestheater Detmold


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Landestheater Detmold

Als einzige Landesbühne NRWs verfügt das Landestheater Detmold über ein Ballett- und Opernensemble sowie ein Orchester. Damit bietet es fünf Sparten an: Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Tanztheater, Konzerte, Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater. Auf dem Programm stehen Klassiker und Modernes bis hin zur Uraufführung. Seit der Spielzeit 2018/19 ist Georg Heckel Intendant, Verwaltungsdirektor ist Stefan Dörr. Schauspieldirektor ist Jan Steinbach, Lutz Rademacher Generalmusikdirektor und Richard Lowe Ballettdirektor. Neben dem Großen Haus werden regelmäßig das Grabbe-Haus, das Kinder- und Jugendtheater, Sommertheater und Hoftheater bespielt.

Etwa die Hälfte der rund 600 Vorstellungen pro Spielzeit absolviert das Landestheater Detmold auf Abstechern. Regelmäßig gastiert es unter anderem in Bad Oeynhausen, Gütersloh, Hameln, Itzehoe, Paderborn, Schweinfurt und Wolfsburg. Rechnet man die für alle Gastspiele deutschlandweit und sogar bis Luxemburg und in die Schweiz zurückgelegten Kilometer zusammen, so käme man dreimal um den Globus - das Landestheater Detmold präsentiert sich somit als größte Reisebühne Europas.

Das Große Haus am Theaterplatz 1, als Spielstätte auch oft nur „Landestheater“ genannt, ist die Hauptbühne des Landestheaters Detmold sowie Sitz der Verwaltung, Proberäume und Werkstätten.

An dieser Stelle wurde bereits 1825 am 8. November der Vorgängerbau des jetzigen Theaters als „Hochfürstlich Lippisches Hoftheater“ nach einer Bauzeit von nur sechs Monaten mit Mozarts Oper „Titus der Gütige“ eingeweiht. Auftraggeber war Fürst Leopold II., der sich vor allem zu Repräsentationszwecken ein eigenes Hoftheater gewünscht hatte.

Am 5. Februar 1912 brannte das Theater während einer Vorstellung von Hermann Sudermanns „Bettler von Syrakus“ bis auf die Grundmauern ab. Ein Kohleofen war die Brandursache, Menschen kamen jedoch nicht zu Schaden.

An der gleichen Stelle wurde nach fünfjährigem Wiederaufbau am 29. September 1919 der neue Theaterbau mit Lortzings „Undine“ eingeweiht.

1969 wurden rückseitig an das Theater Gebäude für Werkstätten und Verwaltung angebaut. 2008 erfolgte wiederum eine Erweiterung um einen Orchesterprobenraum sowie Büros für Dramaturgie, Bühnenbildner und Regieassistenten.

Der historische Zuschauerraum fasst heute 648 Plätze und zählt durch seine originale Bausubstanz, Stuckarbeiten und Bemalung zweifelsohne zu den schönsten Theatersälen in NRW. Der Orchestergraben wurde noch vor wenigen Jahren erneuert und erweitert, sodass er nun höhenverstellbar ist und den jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann.

Zahlreiche bis zum heutigen Tag berühmte Persönlichkeiten haben am Landestheater Detmold gewirkt:

Der Komponist Albert Lortzing kam 1826 nach Detmold. In seinen sieben Detmolder Jahren studierte er allein 200 Schauspiel- und knapp 100 Opernpartien ein und avancierte zum Publikumsliebling. Auch kompositorisch war er außerordentlich produktiv und brachte in Detmold, Münster und Osnabrück seine Opern erfolgreich auf die Bühne. Die Künstlerfreundschaft mit dem Dramatiker Christian Dietrich Grabbe gipfelte in Lortzings Bühnenmusik zu Grabbes Schauspiel „Don Juan und Faust“, das 1829 in Detmold uraufgeführt wurde.

Der Komponist Johannes Brahms besuchte Detmold erstmals 1857 mit 24 Jahren. Die Residenzstadt gefiel ihm auf Anhieb so gut, dass er ab Herbst desselben Jahres einen längeren Aufenthalt als Klavierlehrer der Prinzessin Friederike und als Chorleiter verbrachte. In seiner Detmolder Zeit hatte Brahms erstmalig die Möglichkeit, auch mit einem Orchester zu arbeiten. Hier komponierte er seine ersten Orchesterwerke, die beiden Serenaden op. 11 und op. 16 sowie sein erstes Klavierkonzert op. 15.

Der Opernkomponist Giselher Klebe wirkte ab 1957 als Dozent für die Fächer Komposition und Musiktheorie an der Nordwestdeutschen Musikakademie, der heutigen Hochschule für Musik Detmold, die ihn 1962 zum Professor ernannte. Klebes Gesamtwerk umfasst mehr als 140 Kompositionen von Kammermusik über Sinfonik bis zu Opern. Seine letzte Oper, „Chlestakows Wiederkehr“, wurde 2008 am Landestheater Detmold uraufgeführt.

Seit 1970 gibt es den „Verein zur Förderung des Landestheaters Detmold e.V.“, derzeit hat er gut 600 Mitglieder.