Theater des Monats März 2016

THEATER BREMEN AUSSENANSICHT
THEATER BREMEN FOYER
THEATER BREMEN INNENRAUM

Foto: © Theater Bremen


Theater Bremen | interessante Links


Theater Bremen

Das Theater Bremen ist ein Stadttheater mit überregionaler Bedeutung. Es versteht sich als ein öffentlicher Ort ästhetischen und politischen Nachdenkens über Probleme, Risiken, Freiheiten und Glücksmomente moderner Großstadterfahrung.

Es umfasst vier Sparten: Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Kinder- und Jugendtheater mit den vier Spielstätten Theater am Goetheplatz, Kleines Haus, Moks und Brauhauskeller.

In jeder Spielzeit stehen mehr als 30 Premieren mit 600 Vorstellungen auf dem Programm, aber auch Konzerte und Partys. In den Einführungen zu den Stücken, Publikumsgesprächen nach den Vorstellungen und Gesprächsreihen wird der direkte Dialog mit den Zuschauerinnen und Zuschauern gesucht.

Theaterkasse des Theater Bremen

Goetheplatz 1 – 3, 28203 Bremen


Tel: 0421 3653 - 333
Fax: 0421 3653 - 932

kasse(at)theaterbremen.de


Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 11 – 18 Uhr,
Sa: 11 – 14 Uhr


DER SPIELPLAN | ONLINE präsentiert das Theater Bremen.

– Istanbul, ein Sezen Aksu-Liederabend
– Der fliegende Holländer, Romantische Oper von Richard Wagner
– Out of Control, ein Live Animation Cinema Projekt von kainkollektiv & sputnic
– Wozzeck, Oper in drei Akten (15 Szenen) von Alban Berg.


Zur Geschichte des Hauses

Theater Bremen 1913 – 2013/14

 Das Theater Bremen – korrekter Titel: Theater der Freien Hansestadt Bremen GmbH – ist ein Stadttheater mit überregionaler Ausstrahlung. Es beinhaltet vier Sparten (Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater) und vier feste Spielstätten. Im Einzelnen sind dies: das Theater am Goetheplatz, das Kleine Haus (ehemals Schauspielhaus), der Brauhauskeller und das Moks im Brauhaus. Im Zentrum steht die mit 802 Plätzen größte Spielstätte, das Theater im Goetheplatz. Das Kleine Haus wurde 1984 als Schauspielhaus mit 332 Plätzen eröffnet und 2012 mit Beginn der Intendanz von Michael Börgerding zu einer Raumbühne samt Tribüne mit rund 200 Plätzen umgebaut. Das Kinder- und Jugendtheater Moks (ursprünglich das Kürzel für Modellversuch Künstler und Schüler) wurde 1986 als vierte Sparte dem Bremer Theater angegliedert. Heute sind das Moks, die Jungen Akteure und alle weiteren Produktionen, die sich an junge Menschen richten, unter dem Begriff „Junges.Theater Bremen“ zusammengefasst. Das Theater am Goetheplatz wurde im Jahre 1913 errichtet bzw. eingeweiht.

Das Theater am Goetheplatz wurde bereits im Jahre 1913 errichtet bzw. eingeweiht. Unter der Bezeichnung Schauspielhaus erlebte es zunächst eine 30-jährige Epoche als Privattheater, ehe es nach dem Tode der Gründer und Leiter Johannes Wiegand und Dr. Eduard Ichon für ein Jahr vom NS-Regime vereinnahmt wurde. Bei Luftangriffen um August und Oktober 1944 wurde das Haus fast vollständig zerstört. Nach dem zweiten Weltkrieg entschloss sich die Stadt Bremen, dieses Gebäude – und nicht etwa das frühere Stadttheater am Wall – als neues städtisches Theaterhaus wieder aufzubauen. Die Wiedereröffnung fand unter dem neuen Intendanten Willi Hanke am 27. August 1950 statt; ein Jahr zuvor war das „Theater der Freien Hansestadt Bremen“ als GmbH gegründet worden.

Die Leistung der Gründer Wiegand und Ichon verdient eine besondere Würdigung, weil sie es schafften, ihre neue Bühne ganz ohne städtische Hilfe und in schwierigsten Zeiten zu einem anerkannten Sprechtheater aufzubauen. In diese Phase des heutigen Theaters am Goetheplatz fallen der Erste Weltkrieg, Revolution, Deflation, Inflation, Weltwirtschaftskrise, Nazi-Terror und 2. Weltkrieg.

Auch später blieb das Bremer Theater ein Spiegel der gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen. Die Intendanz von Willi Hanke, der das Theater von 1949 bis zu seinem Tod 1954 leitete, war sehr vom „allgemeinen“ Aufbau geprägt; unter Albert Lippert – Intendant zwischen 1955 und 1962 – wurde das Theater etabliert und konsolidiert, ehe im Jahre 1962 der Mann in die Hansestadt kam, der – nicht nur in Bremen – für den Aufbruch zu neuen Ufern stand: Kurt Hübner. Unter seiner Leitung erreichte das Theater Bremen eine enorme Strahlkraft nach außen; der „Bremer Stil“ mit jungen Regisseuren wie Peter Zadek, Peter Stein oder Rainer Werner Fassbinder, dem Bühnenbildner Wilfried Minks und Schauspielern wie Bruno Ganz, Vadim Glowna oder Hannelore Hoger wirkte bahnbrechend für das gesamte deutschsprachige Theater.

Trotz dieser Erfolge wurde der Vertrag mit Kurt Hübner Anfang Anfang der 70er Jahre kein weiteres Mal verlängert, die Ära endete 1973. Als Nachfolger kam Peter Stoltzenberg, der es nicht leicht hatte. Rund 30 Jahre später räumte er ein, einen Aspekt unterschätzt zu haben: „Man wird nicht Nachfolger einer Legende“. Dennoch schrieb auch er Theatergeschichte – indem er den seinerzeit völlig unbekannten George Tabori nach Bremen holte und ihm mit der Raumbühne Concordia (die erst mit Beginn der Intendanz von Hans-Joachim Frey im Jahre 2007 aufgegeben wurde) eine besondere Wirkungsstätte zur Verfügung stellte. Auf Stoltzenberg folgten 1978 Arno Wüstenhöfer, dem mehr Erfolg als seinem Vorgänger beschieden war, und weitere sieben Jahre später Tobias Richter. Nach einem einjährigen Intermezzo von Hansgünther Heyme in der Spielzeit 1992/1993 und einer weiteren Spielzeit ohne festen Intendanten kam 1994 Klaus Pierwoß als neuer Generalintendant nach Bremen. Ihm gelang es, das Haus wieder zu einem wichtigen Faktor in der Stadt und über die Stadtgrenzen hinaus werden zu lassen. Im Sommer 2007 endete die Ära Klaus Pierwoß nach 13 Jahren; sein Nachfolger wurde Hans-Joachim Frey.

Die ursprünglich für fünf Jahre geplante Zusammenarbeit wurde allerdings schon nach drei Spielzeiten für beendet erklärt. Vom Sommer 2010 an stand das Theater Bremen zwei Jahre lang unter interimistischer Leitung. Mit Hans-Georg Wegner und Martin Wiebcke (Oper), Marcel Klett (Schauspiel), Patricia Stöckemann (Tanztheater) und Rebecca Hohmann (Moks) gestalten erstmals die vier Sparten direkt und gemeinsam die künstlerischen Geschicke des Hauses.

Seit Beginn der Spielzeit 2012/2013 steht mit Michael Börgerding wieder ein Intendant an der Spitze des Hauses. Sein Partner als kaufmännischer Geschäftsführer ist Michael Helmbold.

Auszüge aus „Bremer Theater / Theater Bremen 1913-2004“ von Frank Schümann; aktualisiert im November 2013