Theater des Monats Januar 2020

Staatsschauspiel Dresden, Außenansicht, © Sebastian Hoppe
Staatstheater Dresden / Kleines Haus, Außenansicht, © Sebastian Hoppe

Staatsschauspiel Dresden / Außenansicht Schauspielhaus / Außenansicht Kleines Haus

Staatsschauspiel Dresden / Saal 81, Innenansicht, © Klaus Gigga

Staatsschauspiel Dresden / Innenansicht Saal 81

Fotos: © Klaus Gigga, Sebastian Hoppe / Staatsschauspiel Dresden


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Staatsschauspiel Dresden

Das Staatsschauspiel Dresden ist das größte sächsische Sprechtheater und bespielt das historische Schauspielhaus in der Altstadt sowie das Kleine Haus in der Neustadt, welches den Schwerpunkt auf Gegenwartsdramatik setzt und gleichzeitig die Heimat der Bürgerbühne ist. Mit seiner hohen Premierendichte von durchschnittlich über 25 neuen Inszenierungen pro Spielzeit und seiner großen Publikumsresonanz gehört das Staatsschauspiel Dresden zu den produktivsten und am besten besuchten Häusern Deutschlands. Die Geschichte des Theaters in Dresden reicht bis ins 16. Jh. zurück. Wanderschauspieler besuchen den Königlichen Hof und bespielen öffentliche Plätze und Märkte.

Dresden war schon damals bekannt für seine Theaterbegeisterung, sodass sich unter der Bevölkerung der Wunsch nach einer eigenen Bühne ausbreitet. Mittels Spenden finanzieren die Dresdnerinnen und Dresdner ihr eigenes Theater: Das Staatsschauspiel Dresden, das erste bürgerliche Hoftheater Deutschlands, öffnet am 13. September 1913. Architektonisch passt sich das Schauspielhaus in die barocke Altstadt an, harmoniert mit Zwinger, Residenzschloss und Semperoper in unmittelbarer Nähe. Der Saal und die Foyers im Inneren des Gebäudes sind mit Marmorverzierungen und Goldfarben gestaltet. Am 13. Februar 1945 erfährt das Theater das gleiche Schicksal wie unzählige Gebäude der Dresdner Innenstadt. Zuschauerraum und Bühnenhaus brennen völlig aus, nur die Untermaschinerie bleibt dank eines mutigen Technikers unversehrt: Franz Lommatzsch fuhr während des Bombenhagels mit dem Fahrrad in das Haus und leitete die Bühnentechnik in den Keller, um diese vor einer Zerstörung zu bewahren. Die in Deutschland einmalige hydraulische Anlage steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Mit dem Wiederaufbau des Schauspielhauses wird trotz der enormen Zerstörungen keinen Moment gezögert. Schon im Mai 1945 packen Künstler und ehemalige Mitarbeiter mit an und bauen das Haus aus Trümmermaterial wieder auf. Am 1. März 1946 wird das Haus eröffnet. Bis 1985 ist das Schauspielhaus ebenfalls Spielstätte der Semperoper Dresden, welche von 1945 – 1985 über keine eigene Bühne verfügt. Bereits drei Monate nach dem Angriff auf Dresden nimmt das Theater wieder das Programm auf. NATHAN DER WEISE feiert mit Erich Ponto in der Hauptrolle Premiere in der Tonhalle in der Glacisstraße, dem heutigen Kleinen Haus. 1985 bedarf das Schauspielhaus einer umfassenden Renovierung. Der Zuschauerraum wird nach historischem Vorbild von 1913 neugestaltet. Der Dresdner Architekt Wolfgang Mansch rekonstruiert den Saal anhand von Fotos, kaum noch vorhandenen Plänen und mündlicher Überlieferung. Auch der prächtige Kronleuchter mit drei Metern Durchmesser wird aus dem fotografischen Material nachgebildet und schließlich durch den Spezialleuchtenbau Wurzen hergestellt. Nach über zwei Jahren Bauzeit eröffnet das Schauspielhaus am 9. September 1995 mit Ibsens PEER GYNT in der Regie von Tobias Wellemeyer.