Theater Bonn: Viele Grüße, deine Giraffe

Theater Bonn, Viele Grüße, deine Giraffe, © Thilo Beu

Theater Bonn

Viele Grüsse, Deine Giraffe

nach dem Kinderbuch von Megumi Iwasa
Uraufführung: 28. September 2019


Zum Stück:

„An Dich auf der anderen Seite vom Horizont“, schreibt Giraffe, gelangweilt vom blauen Himmel, von den wenigen weißen Wolken und von Akazienblättern. „Ich heiße Giraffe und wohne in Afrika, ich bin berühmt für meinen langen Hals. Bitte berichte mir von Dir. Deine Giraffe“. Giraffe? So einen Namen hatte Pinguin noch nie gehört. Und was war ein Hals? Es beginnt ein neugieriger Briefwechsel zwischen Afrika und dem Kap der Wale, zwischen Giraffe und Pinguin, zwischen zwei einander unbekannten Wesen, die so verschieden sind, dass sie nicht aufhören können, sich übereinander zu wundern: „Durch Deinen Brief habe ich zum ersten Mal davon gehört, dass es so etwas wie einen Hals gibt“, schreibt Pinguin. „Könnte es sein, dass ich keinen Hals habe? Oder nur aus Hals bestehe?“ In den Augen von Giraffe undenkbar. Außerdem soll ihr neuer Brieffreund angeblich einen Schnabel haben, Flügel, mit denen er nicht fliegen kann, aber schwimmen, und kurze Beine. Giraffe fertigt eine Zeichnung nach der nächsten an, um diese dann wieder zu verwerfen. Aber schließlich findet sie die Lösung, so und nicht anders wird er aussehen, der Pinguin. Langweilig ist es Giraffe schon lange nicht mehr. Wenn sie doch nur so aussehen könnte wie Pinguin...

Das Theater Bonn bringt diese wunderbar poetische Erzählung, in der aus Langeweile Abenteuer und aus Neugier eine dicke Freundschaft wird, auf seine Foyerbühne im Schauspielhaus. Eine Erzählung über das Anderssein und eine Begegnung der ganz besonderen Art.

Megumi Iwasa lebt in Tokio. Die Geschichte von VIELE GRÜSSE, DEINE GIRAFFE hatte sie zunächst geträumt und dann aufgeschrieben. Iwasa erhielt hierfür den Leipziger Lesekompass 2017 und den Deutschen Jugendbuchliteraturpreis 2018.

Theater Münster: Münster 69 - Revolution in der Provinz

Theater Münster, Münster 69 - Revolution in der Provinz

Theater Münster

Münster 69 - Revolution in der Provinz

Stadtrecherche von Ruth Messing und dem Schauspielensemble
Uraufführung: 10. Januar 2019 
Weitere Aufführungen: 23. Januar, 4. / 28. Februar

Zum Stück:

 

Wir schreiben das Jahr 1969. An den Städtischen Bühnen Münster wird feierlich der Grundstein für das Kleine Haus gelegt. »Der Weg ins Theater führt durch den Arsch des Intendanten«, posaunt eine Gruppe protestierender Studenten und Studentinnen dem ehemaligen Intendanten Horst Gnekow durch ein Megafon entgegen. Harte Kritik am Status quo, radikales Rütteln an vorhandenen Strukturen und eine Stimmung, die Aufbruch und Verbesserung verspricht: Das Private soll politisch und das Politische privat sein.

In einer Stückentwicklung wollen wir die Revolution in der Provinz ¬feiern. Wie erinnert sich der Münsteraner und die Münsteranerin an ¬dieses Stück Geschichte? Und wie können wir von Veränderung ¬erzählen, wenn wir als Theaterschaffende selbst heute noch in stark hierarchischen Strukturen arbeiten? Es lebe die Mitbestimmung?!

 

 

Nationaltheater Mannheim: Herz & Tönchen

Nationaltheater Mannheim, Herz & Tönchen, © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim

Herz & Tönchen
Ein klingender Theaterraum ab 6 Monaten

von Helmut Bieler-Wendt und Volker Staub
Uraufführung: 13. Januar 2019 
Weitere Aufführungen: 15. / 16. Januar, 8.-11. Februar

Zum Stück:

 

In „Terz & Tönchen“ begibt sich das Publikum auf eine Reise durch einen klingenden Theaterraum, in dem es unterschiedliche Arten der Klangerzeugung entdecken kann. Ein Spieler und eine Spielerin begleiten das Publikum beim Erforschen verschiedener klingender Objekte und Materialien, geben Impulse und eröffnen neue Spielräume. Im Wechselspiel zwischen Zuschauen und Mitmachen haben Allerkleinste, Geschwister und Erwachsene Gelegenheit, den Klangwald zu erkunden, eigenen Impulsen nachzugehen und sich im klingenden Miteinander zu erleben.

Helmut Bieler-Wendt und Volker Staub sind Meister der Klanginstallationen und interaktiver Konzepte, die sie mit ihrem musikalischen Gespür für die Allerkleinsten entwickeln. Gemeinsam erschaffen sie aus alltäglichen Materialien und Musikinstrumenten eine Spielumgebung, die voll von Schwingungen und Klängen ist und allen Beteiligten sinnliche Erfahrungen ermöglicht.

 

 

ETA Hoffmann Theater Bamberg: Leere Herzen

ETA Hoffmann Theater Bamberg, Leere Herzen, © Jürgen Schabel

ETA Hoffmann Theater Bamberg

Leere Herzen

von Juli Zeh - Barbeitung: Remsi Al Khalisi
Uraufführung: 18. Januar 2019 
Weitere Aufführungen: 19. / 23. / 24. / 27. Januar, 1. / 5. / 6. / 10. / 14. / 20. / 23. Februar

Zum Stück:

 

Deutschland 2025. Angela Merkel ist schlussendlich doch noch als Kanzlerin abgelöst worden, von der "Besorgte-Bürger-Bewegung". Die Europäische Gemeinschaft ist am Ende, die Vereinten Nationen werden aufgelöst und die Überwachungsbefugnisse von Polizei, Geheimdienst und Regierung stetig ausgeweitet. Die westliche Demokratie in Deutschland ist Vergangenheit. Britta Söldner hat sich in diesem System gut angepasst. Von außen betrachtet, ist ihre Kleinfamilie der Traum moderner Großstädter mit Eigenheim, Kind, Lifestyle, Karriere und Gleichberechtigung. In der Wohlfühlblase der Mittelschicht scheint sich nichts geändert zu haben. Vom Glauben an eine bessere und gerechte Welt wurde sich zwar verabschiedet, aber soziales Gewissen war auch vorher schon störend. Britta hat den Zynismus zur Geschäftsidee gemacht: Sie leitet zusammen mit ihrem schwulen Freund Babak eine Agentur, die, getarnt als psychotherapeutische Praxis für suizidgefährdete Menschen, weltweit Selbstmordattentäter an Terrororganisationen vermittelt. Mit Hilfe eines Algorithmus werden die wirklich Entschlossenen ihrer "Patienten" ausgewählt. Der "Islamische Staat" ist ebenso ihr Kunde wie "Green Power", eine Umweltorganisation, die für einen besseren Planeten ohne Menschen kämpft. Ein Attentat auf dem Leipziger Flughafen, das Britta nicht initiiert hat, ein kurioser Geschäftsmann, der sie beschattet, und schließlich eine Gruppe, die sich "Empty Hearts" nennt und ihr Geschäftsmodell gestohlen hat, lassen ihre Welt immer bedrohlicher werden. Ein erster Mord geschieht.

Juli Zeh hat einen dystopischen Thriller geschrieben über ein Deutschland, das von Rechtspopulisten regiert wird – als Warnung und nicht zuletzt als leidenschaftliche Verteidigung unserer Demokratie.

 

 

Hans Otto Theater Potsdam: Gehen oder Der zweiter Frühling

Hans Otto Theater Potsdam, Gehen oder Der zweite Frühling, © Thomas M. Jauk

Hans Otto Theater Potsdam

Gehen oder Der zweiter Frühling

von Jean-Michel Räber
Uraufführung: 18. Januar 2019 
Weitere Aufführungen: 24. / 27. Januar

Zum Stück:

Lore und Arno sind seit 50 Jahren ein Paar und haben drei erwachsene Kinder: Jan, Anna und Jule. Alle drei sind an diesem Abend bei den Eltern zum Essen eingeladen, um gemeinsam etwas zu besprechen. Doch das Treffen beginnt holprig: Anna hat entgegen der Absprache ihre kleine Tochter Emma dabei, Jan ist schon auf dem Sprung zu einem Anschlusstermin, und Jule hat ihren altersschwachen Kater im Schlepptau. Keine ideale Ausgangssituation für ein Gespräch. Beim Essen lässt Lore die Bombe platzen: „Wir haben beschlossen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden.“ Am 2. April – dem Tag, als sich Lore und Arno kennengelernt haben – möchten sie selbstbestimmt und mit Würde ihrem Leben ein Ende setzen. Die ersten Anzeichen von Alzheimer plagen Arno, und Lore will kein Leben ohne ihn, „wo alles nur noch Erinnerung ist“. Wenn man gemeinsam angefangen und gemeinsam gelebt hat, sollte man dann nicht auch das Leben gemeinsam beenden? Die Kinder sind schockiert. Sie reagieren mit Wut und Unverständnis. Müssen Lore und Arno nicht, wenn sie ihre Kinder lieben, für diese da sein und am Leben bleiben? Ist es egoistisch zu gehen, oder ist es egoistisch, jemanden zum Bleiben zu zwingen? Der Entschluss der Eltern wird zur Zerreißprobe für die ganze Familie.

Im Alter ein Pflegefall werden – das möchten die wenigsten Menschen. Der Autor Jean-Michel Räber nähert sich behutsam dem umstrittenen Thema der Sterbehilfe und stellt die Fragen nach der Moral, Selbstbestimmung und Würde eines Menschen. Wann ist ein Leben nicht mehr lebenswert? Und wer entscheidet das?

Theater Magdeburg: Erste Liebe

Theater Magdeburg, Erste Liebe, © Nilz Böhme

Theater Magdeburg

Erste Liebe

Ein musikalischer Abend von Ralph Opferkuch
Uraufführung: 1. Dezember 2018 
Weitere Aufführungen: 23. Dezember, 12. Januar, 1. Februar, 14. / 30. März

Zum Stück:

»Nur bei Dir find ich zurück zu mir.«Paul und Emma teilen eine Leidenschaft: die Musik. Und sie teilen noch etwas: ihre »erste Liebe«. Eine Liebe voller Höhen und Tiefen und wie in der Musik wechseln sich Harmonie und Dissonanz ab und erzählen so die Geschichte der beiden. Und so ackert Musikwissenschaftsstudent Paul an seinem »Periodensystem der Harmonik« und kämpft sich gleichzeitig disharmonisch an seiner heftigen Eifersucht ab. Und dann treten die »Jaywalks« in sein Leben. Mit der Band hat Paul Erfolg und der wird gekrönt als seine Musik plötzlich im Radio spielt. Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung. Aber überlebt auch seine Liebe zu Emma diesen Erfolg? Der Schlussakkord ist noch nicht gespielt. Schauspieler Ralph Opferkuch hat seinen eigenen Liederabend geschrieben. Es ist die Geschichte einer »ersten Liebe«, die Geschichte zweier junger Menschen, die von der Leidenschaft zur Musik und füreinander erzählt und von der Suche nach einem Platz im eigenen Leben. Ralph Opferkuch hat 13 Liebeslieder geschrieben: traurige, leidenschaftliche, fröhliche und nachdenkliche und gemeinsam mit Carmen Steinert erzählen sie von der »Ersten Liebe«.

 

 

 

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: Rainer Gratzke oder Das rote Auto

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg, Rainer Gratzke oder Das rote Auto, © Sinje Hasheider

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Rainer Gratzke oder Das rote Auto

von Jens Rachut
Uraufführung: 15. Dezember 2018 
Weitere Aufführungen: 26. / 27. Dezember, 15.-17. / 20. Januar

Zum Stück:

Rainer Gratzke hat sich als Proband für Kosmetika, Pillen, Pasten, Salben und andere Mittelchen über Wasser gehalten. Mit Folgen. Er ist todkrank, unheilbar vollgestopft mit Metastasen und mit Medizin, die es nicht geschafft hat, sie zu vernichten; vollgestopft mit dem Gegenteil einer Aussicht, außer der auf einen Verladebahnhof. Tausende Neuwagen auf Güterwaggons, mehr bekommt er durch die Fenster seines Zimmers von der Welt nicht mehr zu sehen. Er hat sich in ein Sterbehospiz begeben, eine dubiose Einrichtung in einem Bunker, betreut von seltsamem Personal. Gerade hat er seinen letzten, tödlichen Cocktail geschluckt. Eine knappe Stunde bleibt ihm noch, sagt die Schwester, so wie dem ganzen Hospiz nur mehr eine Stunde bleibt. „Dann kommen die Schrapper und reißen das hier weg.Der letzte Erlöste. Gratuliere, Herr Gratzke! Also, der Letzte macht das Licht aus und auch die ganzen Dimmer.“

Jens Rachut, Sänger verschiedener Punkbands wie »Dackelblut«, »Oma Hans«, »Alte Sau« und aktuell »Maulgruppe«, Texter, Autor, Darsteller und Regisseur hat einen obskuren Trip durch die letzte Stunde eines Sterbehilfe-Patienten komponiert und wird ihn im MalerSaal selbst inszenieren.

 

 

Theater Bonn: Marx in London

Theater Bonn, Marx in London, © Thilo Beu

Theater Bonn

Marx in London

Eine Komödie - Libretto von Charles Hart nach einem Origianlszenario von Jürgen R. Weber
Uraufführung: 9. Dezember 2018 
Weitere Aufführungen: 22. / 28. Dezember, 12. / 20. Janaur, 2. / 8. / 14. Februar

Zum Stück:

Ein Tag im Leben der Familie Marx. Einer der berühmtesten Philosophen und eine Ikone der Politik, Gründer eines der einflussreichsten Denksysteme, in seiner menschlich-allzumenschlichen Alltagsgestalt. Marx wurde 2003 im ZDF in der Sendung Unsere Besten nach Konrad Adenauer und Martin Luther von den deutschen Fernsehzuschauern zum „drittgrößten“ Deutschen, 2005 in der BBC zum einflussreichsten Denker aller Zeiten gekürt. Komponist Jonathan Dove und Autor/Regisseur Jürgen R. Weber sowie der Librettist Charles Hart haben sich zum Ziel gesetzt, eine Oper zu schaffen, die nicht nur einen Tag im Leben von Marx, sondern auch einen Tag im Leben der Mutter aller modernen Metropolen, London, erzählt. Einen verrückten, unterhaltsamen, spannenden, aber auch typischen Tag in all seiner Dynamik und Widersprüchlichkeit. Dabei wird inhaltlich und musikalisch die Trialektik zwischen Utopie, Wissenschaft und Realität umgesetzt. Wie Doves Opern FLIGHT oder THE ADVENTURES OF PINOCCHIO hat auch MARX IN LONDON eine echte Chance im Opernrepertoire.

Die Produktion wird beraten von Tristram Hunt, ehemaliges Member of Parliament und Historiker, dessen Engels-Biographie Der Mann, der den Marxismus erfand wertvolles Material beisteuerte. Außerdem mitgewirkt haben der Marx-Experte Prof. Gareth Stedman Jones vom King's College, Cambridge, und Rachel Holmes, deren Biographie von Marx’ Tochter „Tussy“ Eleanor Marx einen sehr speziellen feministischen Blick auf die Charaktere wirft. Sommer 1871:

Marx ist wieder einmal bedrängt von seiner hysterischen Ehefrau, seinem verleugneten illegitimen Sohn, seiner zu neugierigen Tochter und natürlich seinem notorischen Mangel an „Kapital“. Außerdem weiß er, dass er allen Beteuerungen zum Trotz den nächsten Band seines Opus Magnum nie zu Ende schreiben wird. Er flüchtet in die British Library, wo er eine Vision hat, die schließlich zu einem Albtraum wird. Am Ende lösen sich alle Probleme scheinbar wie von selbst.

 

 

Theater Münster: Unknown Territories

Theater Münster, Unknown Territories, © Oliver Berg

Theater Münster

UNKNOWN TERRITORIES

Ein spartenübergreifender Tanz-Theater-Abend
Uraufführung: 19. Oktober 2018 
Weitere Aufführungen: 24. Oktober, 3. / 9. / 23. November, 7. / 22. Dezember, 6. Februar, 3. / 23. März, 17. / 26. April, 28. Juni

Zum Stück:

»Das Fremde und das Eigene.«

Mit seinem innovativen Anliegen, die strengen Gattungsgrenzen ­zwischen bildender, darstellender und angewandter Kunst ­aufzulösen, prägte das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus zahlreiche KünstlerInnen der Moderne. Es entstanden neue experimentelle ­Theaterformen wie z. B. die Bauhausbühne unter der Leitung von ­Oskar Schlemmer, welche in Form von Bewegungs- und Raumexperimenten unter Einbeziehung von Licht- und Filmprojektion u. a. mit der Aufhebung des Theaterraumes spielte.

Angeregt durch das LWL-Museum für Kunst und Kultur im Rahmen der Ausstellung BAUHAUS UND AMERIKA entstand die Idee für ein spartenübergreifendes Theaterprojekt mit der Lust am interdisziplinären, intermedialen Experiment: In kollektiver Autorenschaft von Choreograf, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner, Videokünstler, Komponist und DarstellerInnen entsteht ein Gesamtkunstwerk, bei dem die Interaktion zwischen visueller, auditiver und darstellender Kunst im Zentrum steht.

Sowohl im Zusammen- als auch im Widerspiel der verschiedenen Disziplinen und Gattungen werden Grenzen ausgelotet und die Wahrnehmung des Eigenen und des Anderen hinterfragt. Es kommt sprichwörtlich zu einer Auseinandersetzung mit »Fremdkörpern und Denkräumen«.