Nationaltheater Mannheim: Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben

Nationaltheater Mannheim, Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben, © Christian Kleiner

Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben

von Anja Hilling
Uraufführung: 27. September 2017
Weitere Aufführung: 29. September, 8. / 18. Oktober,
Foto: © Christian Kleiner

Zum Stück:

Es beginnt mit einem Abendessen. Um das Erlangen ihrer Doktorwürde zu feiern, hat Vic Freunde und Familie zu sich eingeladen, darunter ihre Mutter und ihren Ex-Freund, ihren Professor und die Nachbarin. Im zweiten Teil folgt man den Gästen, die sich zu vier Paaren gefunden haben, in den nächtlichen Park, eine Hochhauswohnung, einen Club und auf eine Demonstration. In ständiger Bewegung switchen die Figuren zwischen Psychologie und Auflösung, und die erotischen Begegnungen ihrer Körper oszillieren zwischen Erregung und Distanz. Nach dem Rausch folgt das Erwachen und der Versuch, den Alltag als Paar zu meistern.

Angeregt von Ovids Lehrgedicht »Liebeskunst «, hat Anja Hilling ein Stück über die Liebe in heutigen Großstädten geschrieben. Die Geschichte ist einfach: Wir geben unsere Einsamkeit auf, lassen uns aufeinander ein, haben Sex, halten uns und verlieren uns wieder.

Anja Hilling erhielt für ihre Stücke (u. a. Mein junges idiotisches Herz, Schwarzes Tier Traurigkeit, Sinfonie des sonnigen Tages), die auch in Frankreich und Schweden gespielt werden, zahlreiche Auszeichnungen. Friederike Heller inszenierte u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Stuttgart, am Residenztheater München und an der Berliner Schaubühne. Wie kann ich dich finden ist ihre erste Regiearbeit am Nationaltheater.

 

 

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH: Vor dem Fest

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH, Vor dem Fest, © Hans-Dieter Hentschel

Vor dem Fest

Nach dem Roman von Saša Stanišić
für die Bühne bearbeitet von Nina Steinhilber und Martin Nimz
Uraufführung: 22. September 2017
Weitere Aufführung: 24. September, 1. / 12. / 27. Oktober,
7. / 23. November, 9. Dezember, 5. / 11. / 14. / 28. Januar 2018 
Foto: © Hans-Dieter Hentschel

Zum Stück:

Es ist die Nacht vor dem Fest in einem Dorf in der ostdeutschen Provinz. Wer in dieser Nacht auf den Beinen ist, will noch etwas zu Ende bringen. Vor dem großen Tag, von dem keiner so genau weiß, was eigentlich gefeiert wird: „Nichts jährt sich, nichts endet oder hat an genau diesem Tag begonnen. Vielleicht feiern wir einfach, dass es das gibt: Fürstenfelde. Und was wir uns davon erzählen.“ Saša Stanišić erzählt von den Schlaflosen dieser Nacht. Ihre Geschichten, schräg und poetisch, traurig und verloren, eigenwillig und berührend, verbinden sich mit den alten Sagen und Legenden zur Biographie eines Dorfes, das bei Stanišić in der Uckermark liegt, das aber auch irgendwo zwischen Seen und Feldern auf dem Land in Mecklenburg- Vorpommern sein könnte.

Saša Stanišić stammt nicht aus Fürstenfelde, sondern aus Višegrad in Bosnien-Herzegowina, wo er 1978 geboren wurde. Während des Bosnienkrieges flüchtete er mit seinen Eltern nach Deutschland. Heute lebt und arbeitet er in Hamburg. Sein Roman „Vor dem Fest“ war ein „Spiegel“-Bestseller und wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014 und dem Alfred- Döblin-Preis ausgezeichnet.

Martin Nimz inszenierte u. a. am Schauspiel Frankfurt, am Staatsschauspiel Dresden, am Theater Bonn und an den Staatstheatern in Braunschweig, Karlsruhe und Saarbrücken. Seit 2016/2017 ist er Schauspieldirektor am Mecklenburgischen Staatstheater, wo er in der ersten Spielzeit Goethes „Faust“, Brechts „Leben des Galilei“ und „Das Versprechen“ nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt auf die Bühne brachte. Saša Stanišićs preisgekrönten Roman inszeniert er zur Eröffnung der Spielzeit 2017/2018 als großes Ensemblestück.

 

 

 

Deutsches Theater Göttingen: Fräulein Agnes

Deutsches Theater Göttingen, Fräulein Agnes, © GK+

Fräulein Agnes

Komödie von Rebekka Kricheldorf
Uraufführung: 22. September 2017
Weitere Aufführung: 27. September 
Foto: Frl Agnes, © GK+

Zum Stück:

Nach dem fulminanten Erfolg von Rebekka Kricheldorfs »Homo Empathicus« zur Eröffnung der Spielzeit 2014/15 hat das Deutsche Theater Göttingen die Autorin erneut gebeten, ein Stück für das Göttinger Ensemble zu schreiben.

Agnes betreibt den Blog »Fräulein Agnes«, auf dem sie leidenschaftlich alles rezensiert, was im weitesten Sinne mit Kultur und Lifestyle zu tun hat. Rezensieren heißt in ihrem Falle, dass sie schonungslos die Schwächen der von ihr besprochenen Kunstwerke und Künstler benennt. Man könnte auch sagen, dass sie alles niederschreibt, was ihr vor die Tastatur kommt. Denn Agnes ist ehrlich, immer, überall und gegenüber jedem, radikal und kompromisslos. Das hat ihr eine gewisse soziale Isolation eingebracht, denn in der Kultur- und Medienbranche, in der ja die Geschmeidigkeit des Umgangs miteinander Überlebensgrundlage ist, hat sie sich den Ruf erworben, eine Misanthropin zu sein.

Rebekka Kricheldorf zeichnet ein Portrait der kreativen Bohème und schreibt über ihre Titelfigur: »Ist also Agnes, die Tugendwächterin, nicht die einzige integre Persönlichkeit in einer Meute verlogener, feiger Schranzen, sondern nur eine eitle Provokateurin, die zu Recht aus der Gemeinschaft verstoßen werden muss, da ihre Weigerung, die subtilen Spielregeln der Wahrheitsinterpretation, die das Miteinander erst erträglich machen, zu erlernen, nichts anderes ist als ein gefährlicher Mangel an Menschlichkeit?«

Rebekka Kricheldorf:

Rebekka Kricheldorf studierte an der Humboldt-Universität Berlin Romanistik und absolvierte den Studiengang Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Sie schrieb Auftragswerke für das Staatstheater Stuttgart, das Theater am Neumarkt Zürich, das Staatstheater Kassel und für das Deutsche Theater in Berlin. Sie war Hausautorin am Nationaltheater Mannheim und am Theaterhaus Jena, wo sie auch als Dramaturgin und Mitglied der künstlerischen Leitung tätig war. Für das Deutsche Theater Göttingen schrieb sie bereits »Homo Empathicus« (eingeladen zu den Mülheimer Theatertagen 2015) und »In der Fremde« (2015/16).

> weiter zur vorläufigen Endfassung

 

 

 

Contrakreis Theater Bonn: Ich weiß...was du im Sommer 2037 tun wirst

Contrakreis Theater Bonn, Ich weiß...was du im Sommr 2037 tun wirst, © Contrakreis Theater Bonn

Ich weiß...was du im Sommer 2037 tun wirst

Ein Theaterstück von Bernard Paschke
Uraufführung: 20. August 2017
Weitere Aufführungen bis 31. August 
Foto: © Contrakreis Theater Bonn

Zum Stück:

Wir tippen das Jahr 2037.
Die Technik ist so weit fortgeschritten, dass sich niemand von uns mehr ein Leben ohne all ihre nützlichen Errungenschaften vorstellen kann. Wir, das sind Zoe, Katja, Marvin, Finn und Adrian. Wir waren Freunde, wir fünf.

Und die technischen Errungenschaften, das sind die Nährstoffpräparate, das Beamen und vieles mehr, aber vor allem eben… ICH. ICH ist die Sprachsoftware der Augmented-Reality-Kontaktlinsen, welche ja mittlerweile ebenfalls aus keinem Auge mehr wegzudenken sind. Nun ja, für uns jedenfalls nicht.

Unsere Eltern sahen das anders. Sie schickten uns fünf auf einen Campingtrip in den Wald, ohne moderne Technik, aber vor allem ohne Augmented-Reality-Kontaktlinsen und… Ohne ICH. Sie sagten: „So wie wir damals“. Quasi auf Entzug. Schwachsinn. Denn wie soll man bloß in einem Wald überleben? Wir wussten es jedenfalls nicht.

ICH wusste es. Wir hatten versprochen, ICH nicht zu fragen. Aber was sollte schon passieren, in einem einsamen Wald, nur wir fünf und eine Software, die für alle nur das Beste will? Wir hatten ja keine Ahnung…

 

 

Wolfgang-Borchert-Theater Münster: Die Schroffensteins - Eine Familienschlacht

Wolfgang-Bochert-Theater, Die Schroffensteins - Eine Familienschlacht, © Silvia Drobny

Die Schroffensteins - Eine Familienschlacht

Schauspiel. Russische Übersetzung Boris Pasternak/Tatiana Troitckaja.
Koproduktion mit dem Drama-Theater Rjasan / Russland. Deutsch / Russisch mit Übertiteln.

Bilinguale Uraufführung: 9. September 2017
Weitere Aufführungen: 10. September, 20.-22. Oktober
Foto: © Silvia Drobny

Zum Stück:

Zwei Häuser – eine Familie: Die Schroffensteins unterteilen sich in die Häuser Warwand und Rossitz. Sie verbindet ein uralter Erbvertrag: Stirbt der eine Zweig aus, erhält der andere den gesamten Besitz desselben. Das schürt seit Anbeginn Misstrauen. Als ein Junge ertrinkt, brodelt es gewaltig in der Gerüchteküche. Der Mordverdacht ist schnell ausgesprochen. Blinde Rachsucht sorgt für Hass und verstellt den Blick auf die Realität. Ein Miteinanderreden ist unmöglich geworden, denn ein Missverständnis jagt das andere und die Dynamik der Kriegsrhetorik entfesselt eine Spirale der Gewalt. Inmitten dieser in Feindschaft zerrissenen Welt sucht ein junges Paar zaghaft sein Glück. Und sucht für diesen Zauber der Liebe Zuflucht in einer Höhle – doch die Jagd auf sie ist längst eröffnet.

Eine sprachgewaltige, politische Tragödie der Missverständnisse zwischen zwei verfeindeten Familien, die den gleichen Ursprung haben – ein "Spaß zum Totlachen".

Heinrich von Kleist war Mitte Zwanzig, als sein erstes Stück Die Familie Schroffenstein 1803 anonym veröffentlicht wurde. 1804 folgte die Uraufführung in Graz. DIE SCHROFFENSTEINS – EINE FAMILIENSCHLACHT ist eine Koproduktion mit dem renommierten Drama Theater Rjasan, Münsters russischer Partnerstadt. Jeweils vier deutsche und russische Mitglieder beider Ensembles werden das Stück in deutscher und russischer Sprache zur bilingualen Uraufführung bringen.