Badische Landesbühne Bruchsal: Es wird schon nicht so schlimm!

Es wird schon nicht so schlimm!

Inszenierung Carsten Ramm
Uraufführung: 18. November 2017
Weitere Aufführung: 21. / 22. November,
1. / 2. / 7. / 10. / 14. / 17. Dezember,
12.-14. / 19. Januar 2018, 2. Februar
Weitere auswärtige Aufführungen siehe Spielplan

Zum Stück:

Der Schauspieler Gregor Maurer und seine Kollegin Lilly Hollmann werden 1933 ein Paar, sie heiraten und bekommen ein Kind. Doch die jüdische Schauspielerin darf schon bald nicht mehr auftreten, ihr Mann dagegen macht Karriere am Theater und beim Film. Den Nationalsozialisten ist die Ehe des erfolgreichen Schauspielers ein Dorn im Auge und sie stellen ihn vor eine grausame Wahl: Entweder er lässt sich von seiner Frau scheiden oder seine Familie wird deportiert und er selbst an die Front geschickt.

Hans Schweikart war als Filmregisseur dem Druck der nationalsozialistischen Kulturpolitik ausgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er lange Zeit Intendant der Münchner Kammerspiele. Seine Erzählung Es wird schon nicht so schlimm! beruht auf dem Schicksal des Schauspielers Joachim Gottschalk und seiner jüdischen Frau Meta, die sich 1941 gemeinsam das Leben nahmen. Die Novelle war Vorlage für den Film Ehe im Schatten, einem der größten Kinoerfolge der Nachkriegszeit. Der Text galt lange als verschollen, bevor er 2014 von Carsten Ramm wiederentdeckt und als Buch herausgegeben wurde. Jetzt zeiget die Landesbühne die Uraufführung der Bühnenfassung.

 

 

D’Haus - Düsseldorfer Schauspielhaus - Junges Schauspielhaus - Bürgerbühne: Die Tage, die ich mit Gott verbrachte

D’Haus - Düsseldorfer Schauspielhaus -  Junges Schauspielhaus - Bürgerbühne: Die Tage, die ich mit Gott verbrachte, © Thomas Rabsch

Die Tage, die ich mit Gott verbrachte

Regie: Malte C. Lachmann
Uraufführung: 18. November 2017
Weitere Aufführung: 27. November, 1. / 7. / 25. / 31. Dezember
Foto: © Thomas Rabsch

Zum Stück:

Wer ist dieser Mann mit dem grauen Mantel, der so plötzlich und unscheinbar aufgetreten ist? Der jetzt Nähe sucht, ganz allgemein zu den Menschen, zum Erzähler dieser Geschichte aber im Besonderen? Er zieht in Hauswänden Schubladen auf, die vorher nicht da waren und in denen sich Welten verstecken, von denen auch niemand eine Ahnung hatte. Er lässt die steinernen Löwen vor der Feldherrnhalle durch Reifen springen und dirigiert kleine Regenwolken bei heiterstem Himmel herbei – und das ist alles nur der Anfang einer so großartigen wie versponnenen Geschichte voll seltsamster Ereignisse. Dieser melancholische Alte, der gerne ein Glas Champagner trinkt: Ist das etwa Gott?

Wolfgang Reinbacher, der seit 1960 eine der Größen des Düsseldorfer Schauspielhauses ist, gibt diesen Alten und nimmt uns mit Moritz Führmann als Erzähler mit auf einen Spaziergang zu den kleinen und großen Geheimnissen des Universums.

„Es ist eine Erzählung über Gott, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe: als melancholischen Künstler, der Großes schaffen wollte und nun unglücklich ist mit dem, was daraus geworden ist, enttäuscht von sich selbst und auf der Suche nach Trost und Verzeihung.“ sagt Axel Hacke über sein Buch. Er zählt zu den beliebtesten Autoren Deutschlands. Einer breiten Leserschaft ist er bekannt durch seine Kolumnen in der Süddeutschen Zeitung, für deren Magazin er seit Langem wöchentlich schreibt. Seine Bücher wie »Der kleine Erziehungsberater« und »Der weiße Neger Wumbaba« wurden Bestseller.

Malte C. Lachmann inszeniert u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Schauspielhaus Bochum, am Staatstheater Hannover und am Staatsschauspiel Dresden. In Düsseldorf stellte er sich erstmals mit seiner Inszenierung von Houellebecqs »Unterwerfung« vor.

 

 

Oper Frankfurt: Der Mieter

Oper Frankfurt, Der Mieter,© Barbara Aumüller
Oper Frankfurt, Der Mieter,© Barbara Aumüller

Der Mieter

Oper in drei Akten von Arnulf Herrmann
Text von Händl Klaus frei nach Motiven des Romans
Le Locataire chimérique (1964) von Roland Topor
Uraufführung: 12. November 2017
Weitere Aufführung: 16. / 18. / 24. / 29. November, 2. / 7. Dezember

Zum Stück:

 

Der 1968 in Heidelberg geborene Komponist Arnulf Herrmann studierte in München, Dresden, Paris und Berlin. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit führenden internationalen Ensembles für zeitgenössische Musik und verschiedenen Orchestern. Seine Werke werden im In- und Ausland gespielt und sind auf allen großen Festivals präsent (u.a. Donaueschingen, Witten, München, Wien). Seine Oper Wasser wurde 2012 bei der Münchener Biennale in Kooperation mit der Oper Frankfurt vom Ensemble Modern uraufgeführt, gefolgt von Vorstellungen im Frankfurt LAB.

Herrmanns Oper Der Mieter auf ein Libretto von Händl Klaus ist ein Auftragswerk der Oper Frankfurt und basiert auf Motiven des Romans Le Locataire chimérique (1964) von Roland Topor. Nach dieser Vorlage entstand auch Roman Polanskis Psychothriller Le locataire (Der Mieter) von 1976. Anders als Buch und Film konzentriert sich die Oper jedoch zentral auf die Frage der Anpassung. Wie weit ist man bereit zu gehen? Ein junger Mann bezieht ein Zimmer, dessen Vormieterin sich aus dem Fenster gestürzt hat. Unter dem unheilvollen Einfluss seiner Nachbarn gerät er in eine fatale Identitätskrise, die ihn dasselbe Schicksal wie die junge Frau erleiden lässt.

Die musikalische Leitung liegt im Rahmen seines Hausdebüts bei Kazushi Ōno, der seit 2008 als musikalischer Leiter der Opéra de Lyon wirkt. Daneben dirigiert der Japaner an internationalen Opernhäusern wie der Metropolitan Opera, der Wiener Staatsoper und der Mailänder Scala. Regisseur Johannes Erath ist regelmäßiger Gast an der Oper Frankfurt, wo er zuletzt 2014/15 Webers Euryanthe inszenierte. Zu seinen jüngsten Aufgaben gehört u.a. Offenbachs Les contes d’Hoffmann an der Dresdner Semperoper. Dort gastierte kürzlich Ensemblemitglied Björn Bürger (Georg) in der Titelpartie von Rossinis Il barbiere di Siviglia, nachdem er in Frankfurt als Debussys Pelléas und beim Glyndebourne Festival als Harlekin in Strauss’ Ariadne auf Naxos erfolgreich war. Die lyrische Koloratursopranistin Anja Petersen (Johanna) ist nach Stationen an den Theatern von Oldenburg und Augsburg freischaffend tätig und gastiert erstmals an der Oper Frankfurt. Im Rahmen ihrer internationalen Karriere kehrt die renommierte Mezzosopranistin Hanna Schwarz (Frau Bach) zurück nach Frankfurt, wo sie in den 70-er Jahren als Page neben Anja Siljas Salome und unter Christoph von Dohnányi eingesprungen war. Die übrige Besetzung stammt mit Alfred Reiter (Herr Zenk), Claudia Mahnke (Frau Greiner), Judita Nagyová (Frau Dorn), Michael Porter (Körner), Theo Lebow (Krell) und Sebastian Geyer (Ingo / Kellner) aus dem Ensemble.

 

 

 

Theater Oberhausen: Männer, die denken.

Axel J. Scherer

Männer die denken.

Regie: Daniel Mathéus - Co-Regie: Julia Mota Carvalho
Uraufführung: 10. November 2017
Weitere Aufführung: 17. / 18. / 29. November, 2. / 8. Dezember
Foto: © Axel J. Scherer

Zum Stück:

 

Wann hat der Mann beschlossen, das „stärkere“ Geschlecht zu sein? Und warum haben Frauen das eigentlich zugelassen? Der männliche Teil der Gesellschaft dreht das große Rad – ob in der Kultur, im Parlament, in Universitäten oder den Medien –, während wir uns gern bestätigen, wie sehr sich die Rollenbilder gewandelt haben. Männer und Frauen auf Augenhöhe? Klar doch! – Das Kollektiv Performing Group und das Ensemble – bestehend aus fünf Frauen und einem Mann – nehmen gesellschaftliche Rollenzuschreibungen unter die Lupe, betrachten „weibliche“ und „männliche“ Qualitäten und bewerten diese neu. Gleichberechtigung ist eine große Sache. Es geht um viel, zum Beispiel darum, allen Menschen zuzugestehen, dass sie Subjekte sind und Objekte sein können. Es geht um fair bezahlte Arbeit, Gender Studies, Machtverhältnisse. Und um Freiheit.

 

 

Staatstheater Oldenburg: ...un denn de Heven vull von Geigen

Staatstheater Oldenburg, ...un denn de Heven vull von Geigen, © Stephan Walzl

…un denn de Heven vull von Geigen

von Marc Becker
Niederdeutsch von Annegret Peters

Uraufführung: 15. Oktober 2017
Weitere Aufführung: 20. Oktober, 4. / 26. November
Foto: © Stephan Walzl

Zum Stück:

 

Sie reisen um die Welt, kaufen Tablets, sind körperlich und geistig fit und haben auch noch eine gehörige Portion Lebenserfahrung im Gepäck. Menschen über 60 Jahren sind heutzutage alles andere als altmodisch und gebrechlich. Aber kann man auch im hohen Alter eine neue Liebe finden? Sechs Senioren, drei Männer und drei Frauen zwischen 60 und 80 Jahren, haben den Schritt gewagt: Sie begeben sich auf die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner – beim Speed Dating einer Kontaktbörse.

Sie hatten schon viele Begegnungen in ihrem Leben. Ob verwitwet, geschieden oder jahrelanger Single, jede und jeder bringt seine ganz eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte mit. Doch was sie alle eint, ist das Bewusstsein über die eigene Vergänglichkeit, die Sehnsucht nach Nähe und die Bereitschaft, sich dafür einem wildfremden Menschen auszuliefern.

Wie mache ich einen guten ersten Eindruck? Bin ich vielleicht zu langweilig? Wie flirtet man eigentlich nochmal und wie geht es nach einem vielversprechenden Gespräch weiter? Vom Flirt-Coaching, kleinen Tanzeinlagen bis hin zum spannungsreichen Speed Dating hat diese Kontaktbörse alles zu bieten, was die Chance auf das passende Herzblatt größer macht. Doch findet hier jede und jeder genau das, was sie oder er sucht?

Der Autor und Regisseur Marc Becker, der bereits zum vierten Mal für das Niederdeutsche Schauspiel engagiert wurde, wird exklusiv für das Ensemble der August-Hinrichs-Bühne ein amüsant-berührendes Stück über die Frühlingsgefühle im hohen Alter schreiben — welches unter seiner Regie auch im stürmischen Herbst kein Publikumsherz kalt lassen wird.

 

 

Landestheater Linz: Music for a while

Landestheater Linz, Music for a while, © Vincenzo Laera

Music for a while

Tanzstück von Mei Hong Lin
Uraufführung: 14. Oktober 2017
Weitere Aufführung: 27. Oktober, 6. / 13. / 16. /18. / 21. November, 17. Dezember
Foto: © Vincenzo Laera

Zum Stück:

Inspiriert von Henry Purcells gleichnamigem Lied nimmt Tanzdirektorin Mei Hong Lin in Music for a while die Metapher des Tanzes selbst als Bild für das menschliche Leben auf.

Ein Tanzsaal, Ort der Feier, des Rausches, der Entgrenzung vom eigenen Ich, wird zum kleinen Welttheater, der Zuschauer zum Beobachter vorübergehender Episoden.

Wir begegnen Menschen voller Vitalität und Lebensfreude, werden Zeuge von Annäherung und Verführung, von Einsamkeit, Schmerz und Verlust, Lebensfeier und -krise. Christina Pluhar und ihr Ensemble L‘Arpeggiata verbinden Elemente Alter Musik mit Komponenten des Jazz und spiegeln damit die Möglichkeiten der Entgrenzung auf musikalischer Ebene wider.

 

 

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau: Der Fleck

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau, Der Fleck, © Pawel Sosnowski

Der Fleck

von Joanna Mazurs
Uraufführung: 6. Oktober 2017
Weitere Aufführung: 20. / 25. Oktober, 11. November
Foto: © Pawel Sosnowski

Zum Stück:


Das Stück »Der Fleck« der polnischen Autorin Joanna Mazur wurde im vergangenen Jahr beim internationalen Dramenwettbewerb »Talking about Borders« mit dem zweiten Platz ausgezeichnet und nun am Zittauer Gerhart-Hauptmann-Theater als Uraufführung gezeigt.

Das Stück »Der Fleck« der polnischen Autorin Joanna Mazur wurde im vergangenen Jahr beim internationalen Dramenwettbewerb »Talking about Borders« mit dem zweiten Platz ausgezeichnet und nun am Zittauer Gerhart-Hauptmann-Theater als Uraufführung gezeigt.
Als ein neuer Mitarbeiter zu dem bestehenden Team hinzustößt, treten die, sich aus diesem Miteinander sich ergebenden Spannungen unweigerlich an die Oberfläche. Während ein Teil der Belegschaft den Umsturz plant, fordert die Enge der Insel ein Opfer…

Regisseur Jürgen Escher ist am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau längst kein Unbekannter mehr. Zuletzt inszenierte er in der Spielzeit 2015/15 Schillers »Maria Stuart« - damals noch mit seiner Frau Barbara.
Für das Schauspiel »Der Fleck«, das im Rahmen der trinationalen Theaterinitiative J-O-Ś als Uraufführung gezeigt wird, hat er ein internationales Produktionsteam um sich versammelt: Sowohl die Kostümbildnerin Petra Goldflamová Štětinová als auch der Bühnenbildner David Marek stammen aus Tschechien. Auf der Bühne stehen Schauspieler aus Deutschland, Polen und Tschechien.

 

 

 

Stadttheater Klagenfurt: Hier stehe ich - ich kann nicht anders

Stadttheater Klagenfurt, Hier stehe ich - ich kann nciht anders, © Stadttheater Klagenfurt

Hier stehe ich  - ich kann nicht anders

Theaterprojekt zu Martin Luther von Cesare Lievi  -
Zwölf szenische Fragmente / Auftragswerk des Stadttheaters Klagenfurt
Uraufführung: 5. Oktober 2017
Weitere Aufführung: 7. / 10. / 12. / 13. / 18. / 28. Oktober, 3. / 8. November
Foto: © Stadttheater Klagenfurt

Zum Stück:

 

„Hier stehe ich – ich kann nicht anders” soll Martin Luther vor den größten Autoritäten seiner Zeit, dem Kaiser und dem Papst, ausgesprochen haben. Für welche Überzeugungen stehen wir noch ein? Cesare Lievi geht mit vier deutsch- und vier italienischsprachigen SchauspielerInnen in zwölf szenischen Fragmenten auf eine theatralische Suche. Das Projekt ist in Kooperation mit Theatern in Rom und Bologna entstanden und wird im Januar und Februar 2018 in Rom, Bologna, Modena und Cesena gezeigt.

1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den päpstlichen Ablasshandel und leitete damit das Zeitalter der Reformation ein. Was ist 500 Jahre danach von diesem historischen Ereignis, das die Kirche spaltete und den längsten Glaubenskrieg aller Zeiten auslöste, geblieben? Und welche Rolle spielt dieser Einschnitt in der Glaubensgeschichte Europas heute in unserem Alltag, in unserer Denk- und Lebensweise? Wie steht es heute um Gott, den Glauben, die Gnade, die Sakramente, die Erlösung, die Wahrheit und die Macht des Wortes? Sind diese Themen in unserem laizistischen und säkularisierten Weltbild noch aktuell? Führt der Glaube, vor allem der Glaube an einen einzigen Gott, zwingend zu Intoleranz und Fanatismus? Konnte Luthers einstmals revolutionärer Gottesbegriff überdauern? Tragen wir Menschen den göttlichen Funken für alle Ewigkeit in uns oder sind wir nichts weiter als vergängliche Wesen in einem kalten Universum?

 

 

Nationaltheater Mannheim: Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben

Nationaltheater Mannheim, Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben, © Christian Kleiner

Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben

von Anja Hilling
Uraufführung: 27. September 2017
Weitere Aufführung: 29. September, 8. / 18. Oktober,
Foto: © Christian Kleiner

Zum Stück:

Es beginnt mit einem Abendessen. Um das Erlangen ihrer Doktorwürde zu feiern, hat Vic Freunde und Familie zu sich eingeladen, darunter ihre Mutter und ihren Ex-Freund, ihren Professor und die Nachbarin. Im zweiten Teil folgt man den Gästen, die sich zu vier Paaren gefunden haben, in den nächtlichen Park, eine Hochhauswohnung, einen Club und auf eine Demonstration. In ständiger Bewegung switchen die Figuren zwischen Psychologie und Auflösung, und die erotischen Begegnungen ihrer Körper oszillieren zwischen Erregung und Distanz. Nach dem Rausch folgt das Erwachen und der Versuch, den Alltag als Paar zu meistern.

Angeregt von Ovids Lehrgedicht »Liebeskunst «, hat Anja Hilling ein Stück über die Liebe in heutigen Großstädten geschrieben. Die Geschichte ist einfach: Wir geben unsere Einsamkeit auf, lassen uns aufeinander ein, haben Sex, halten uns und verlieren uns wieder.

Anja Hilling erhielt für ihre Stücke (u. a. Mein junges idiotisches Herz, Schwarzes Tier Traurigkeit, Sinfonie des sonnigen Tages), die auch in Frankreich und Schweden gespielt werden, zahlreiche Auszeichnungen. Friederike Heller inszenierte u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Stuttgart, am Residenztheater München und an der Berliner Schaubühne. Wie kann ich dich finden ist ihre erste Regiearbeit am Nationaltheater.

 

 

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH: Vor dem Fest

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH, Vor dem Fest, © Hans-Dieter Hentschel

Vor dem Fest

Nach dem Roman von Saša Stanišić
für die Bühne bearbeitet von Nina Steinhilber und Martin Nimz
Uraufführung: 22. September 2017
Weitere Aufführung: 24. September, 1. / 12. / 27. Oktober,
7. / 23. November, 9. Dezember, 5. / 11. / 14. / 28. Januar 2018 
Foto: © Hans-Dieter Hentschel

Zum Stück:

Es ist die Nacht vor dem Fest in einem Dorf in der ostdeutschen Provinz. Wer in dieser Nacht auf den Beinen ist, will noch etwas zu Ende bringen. Vor dem großen Tag, von dem keiner so genau weiß, was eigentlich gefeiert wird: „Nichts jährt sich, nichts endet oder hat an genau diesem Tag begonnen. Vielleicht feiern wir einfach, dass es das gibt: Fürstenfelde. Und was wir uns davon erzählen.“ Saša Stanišić erzählt von den Schlaflosen dieser Nacht. Ihre Geschichten, schräg und poetisch, traurig und verloren, eigenwillig und berührend, verbinden sich mit den alten Sagen und Legenden zur Biographie eines Dorfes, das bei Stanišić in der Uckermark liegt, das aber auch irgendwo zwischen Seen und Feldern auf dem Land in Mecklenburg- Vorpommern sein könnte.

Saša Stanišić stammt nicht aus Fürstenfelde, sondern aus Višegrad in Bosnien-Herzegowina, wo er 1978 geboren wurde. Während des Bosnienkrieges flüchtete er mit seinen Eltern nach Deutschland. Heute lebt und arbeitet er in Hamburg. Sein Roman „Vor dem Fest“ war ein „Spiegel“-Bestseller und wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014 und dem Alfred- Döblin-Preis ausgezeichnet.

Martin Nimz inszenierte u. a. am Schauspiel Frankfurt, am Staatsschauspiel Dresden, am Theater Bonn und an den Staatstheatern in Braunschweig, Karlsruhe und Saarbrücken. Seit 2016/2017 ist er Schauspieldirektor am Mecklenburgischen Staatstheater, wo er in der ersten Spielzeit Goethes „Faust“, Brechts „Leben des Galilei“ und „Das Versprechen“ nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt auf die Bühne brachte. Saša Stanišićs preisgekrönten Roman inszeniert er zur Eröffnung der Spielzeit 2017/2018 als großes Ensemblestück.

 

 

 

Deutsches Theater Göttingen: Fräulein Agnes

Deutsches Theater Göttingen, Fräulein Agnes, © GK+

Fräulein Agnes

Komödie von Rebekka Kricheldorf
Uraufführung: 22. September 2017
Weitere Aufführung: 27. September 
Foto: Frl Agnes, © GK+

Zum Stück:

Nach dem fulminanten Erfolg von Rebekka Kricheldorfs »Homo Empathicus« zur Eröffnung der Spielzeit 2014/15 hat das Deutsche Theater Göttingen die Autorin erneut gebeten, ein Stück für das Göttinger Ensemble zu schreiben.

Agnes betreibt den Blog »Fräulein Agnes«, auf dem sie leidenschaftlich alles rezensiert, was im weitesten Sinne mit Kultur und Lifestyle zu tun hat. Rezensieren heißt in ihrem Falle, dass sie schonungslos die Schwächen der von ihr besprochenen Kunstwerke und Künstler benennt. Man könnte auch sagen, dass sie alles niederschreibt, was ihr vor die Tastatur kommt. Denn Agnes ist ehrlich, immer, überall und gegenüber jedem, radikal und kompromisslos. Das hat ihr eine gewisse soziale Isolation eingebracht, denn in der Kultur- und Medienbranche, in der ja die Geschmeidigkeit des Umgangs miteinander Überlebensgrundlage ist, hat sie sich den Ruf erworben, eine Misanthropin zu sein.

Rebekka Kricheldorf zeichnet ein Portrait der kreativen Bohème und schreibt über ihre Titelfigur: »Ist also Agnes, die Tugendwächterin, nicht die einzige integre Persönlichkeit in einer Meute verlogener, feiger Schranzen, sondern nur eine eitle Provokateurin, die zu Recht aus der Gemeinschaft verstoßen werden muss, da ihre Weigerung, die subtilen Spielregeln der Wahrheitsinterpretation, die das Miteinander erst erträglich machen, zu erlernen, nichts anderes ist als ein gefährlicher Mangel an Menschlichkeit?«

Rebekka Kricheldorf:

Rebekka Kricheldorf studierte an der Humboldt-Universität Berlin Romanistik und absolvierte den Studiengang Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Sie schrieb Auftragswerke für das Staatstheater Stuttgart, das Theater am Neumarkt Zürich, das Staatstheater Kassel und für das Deutsche Theater in Berlin. Sie war Hausautorin am Nationaltheater Mannheim und am Theaterhaus Jena, wo sie auch als Dramaturgin und Mitglied der künstlerischen Leitung tätig war. Für das Deutsche Theater Göttingen schrieb sie bereits »Homo Empathicus« (eingeladen zu den Mülheimer Theatertagen 2015) und »In der Fremde« (2015/16).

> weiter zur vorläufigen Endfassung

 

 

 

Contrakreis Theater Bonn: Ich weiß...was du im Sommer 2037 tun wirst

Contrakreis Theater Bonn, Ich weiß...was du im Sommr 2037 tun wirst, © Contrakreis Theater Bonn

Ich weiß...was du im Sommer 2037 tun wirst

Ein Theaterstück von Bernard Paschke
Uraufführung: 20. August 2017
Weitere Aufführungen bis 31. August 
Foto: © Contrakreis Theater Bonn

Zum Stück:

Wir tippen das Jahr 2037.
Die Technik ist so weit fortgeschritten, dass sich niemand von uns mehr ein Leben ohne all ihre nützlichen Errungenschaften vorstellen kann. Wir, das sind Zoe, Katja, Marvin, Finn und Adrian. Wir waren Freunde, wir fünf.

Und die technischen Errungenschaften, das sind die Nährstoffpräparate, das Beamen und vieles mehr, aber vor allem eben… ICH. ICH ist die Sprachsoftware der Augmented-Reality-Kontaktlinsen, welche ja mittlerweile ebenfalls aus keinem Auge mehr wegzudenken sind. Nun ja, für uns jedenfalls nicht.

Unsere Eltern sahen das anders. Sie schickten uns fünf auf einen Campingtrip in den Wald, ohne moderne Technik, aber vor allem ohne Augmented-Reality-Kontaktlinsen und… Ohne ICH. Sie sagten: „So wie wir damals“. Quasi auf Entzug. Schwachsinn. Denn wie soll man bloß in einem Wald überleben? Wir wussten es jedenfalls nicht.

ICH wusste es. Wir hatten versprochen, ICH nicht zu fragen. Aber was sollte schon passieren, in einem einsamen Wald, nur wir fünf und eine Software, die für alle nur das Beste will? Wir hatten ja keine Ahnung…

 

 

Wolfgang-Borchert-Theater Münster: Die Schroffensteins - Eine Familienschlacht

Wolfgang-Bochert-Theater, Die Schroffensteins - Eine Familienschlacht, © Silvia Drobny

Die Schroffensteins - Eine Familienschlacht

Schauspiel. Russische Übersetzung Boris Pasternak/Tatiana Troitckaja.
Koproduktion mit dem Drama-Theater Rjasan / Russland. Deutsch / Russisch mit Übertiteln.

Bilinguale Uraufführung: 9. September 2017
Weitere Aufführungen: 10. September, 20.-22. Oktober
Foto: © Silvia Drobny

Zum Stück:

Zwei Häuser – eine Familie: Die Schroffensteins unterteilen sich in die Häuser Warwand und Rossitz. Sie verbindet ein uralter Erbvertrag: Stirbt der eine Zweig aus, erhält der andere den gesamten Besitz desselben. Das schürt seit Anbeginn Misstrauen. Als ein Junge ertrinkt, brodelt es gewaltig in der Gerüchteküche. Der Mordverdacht ist schnell ausgesprochen. Blinde Rachsucht sorgt für Hass und verstellt den Blick auf die Realität. Ein Miteinanderreden ist unmöglich geworden, denn ein Missverständnis jagt das andere und die Dynamik der Kriegsrhetorik entfesselt eine Spirale der Gewalt. Inmitten dieser in Feindschaft zerrissenen Welt sucht ein junges Paar zaghaft sein Glück. Und sucht für diesen Zauber der Liebe Zuflucht in einer Höhle – doch die Jagd auf sie ist längst eröffnet.

Eine sprachgewaltige, politische Tragödie der Missverständnisse zwischen zwei verfeindeten Familien, die den gleichen Ursprung haben – ein "Spaß zum Totlachen".

Heinrich von Kleist war Mitte Zwanzig, als sein erstes Stück Die Familie Schroffenstein 1803 anonym veröffentlicht wurde. 1804 folgte die Uraufführung in Graz. DIE SCHROFFENSTEINS – EINE FAMILIENSCHLACHT ist eine Koproduktion mit dem renommierten Drama Theater Rjasan, Münsters russischer Partnerstadt. Jeweils vier deutsche und russische Mitglieder beider Ensembles werden das Stück in deutscher und russischer Sprache zur bilingualen Uraufführung bringen.