SPIELZEIT 2016/2017

Schlosstheater Celle: Die Zeitung

Schlosstheater Celle, © Schlosstheater Celle, Die Zeitung


Die Zeitung

Stückentwicklung von Andreas Döring und Recherche von Harlad Wolff
Uraufführung: 7. April 2017
Weitere Aufführungen: 18. / 21. / 23. / 26.-28. / 30. April,
1. / 6. / 10. / 11. / 13. / 14. / 20. Mai
Foto: © Schlosstheater Celle

Zum Stück:

In der Zukunft läuft alles online, auch die Cellesche Zeitung ist eine App mit ungeahnten Möglichkeiten: Jeder CZ- Abonnent erhält seine persönliche Online-Ausgabe, so dass er nur das zu lesen bekommt, was er auch lesen will. Die Themen, die Sprache, die Bildwahl, Textlänge und die Kommentare – alles wird automatisch auf den Kunden zugeschnitten. Wo früher Redakteure saßen, agieren in dieser Zukunft die Programmierer und das Beschwerdemanagement.

In der Zukunft läuft alles online, auch die Cellesche Zeitung ist eine App mit ungeahnten Möglichkeiten: Jeder CZ- Abonnent erhält seine persönliche Online-Ausgabe, so dass er nur das zu lesen bekommt, was er auch lesen will. Die Themen, die Sprache, die Bildwahl, Textlänge und die Kommentare – alles wird automatisch auf den Kunden zugeschnitten. Wo früher Redakteure saßen, agieren in dieser Zukunft die Programmierer und das Beschwerdemanagement.

Die Mitarbeiter gehen auf Spurensuche in der Vergangenheit. Da taucht eine Erscheinung auf, die behauptet, als erster Herausgeber der CZ noch eine Rechnung offen zu haben. Das Vorhaben, DIE ZEITUNG neu zu positionieren, löst ungeahnte Bewegungen aus. Celle zeigt sich im Spiegel seiner Geister. Die Zeiten geraten durcheinander. Die Welt gerät aus den Fugen.

Das Schlosstheater Celle setzt sich in Kooperation mit der Cellesche Zeitung anlässlich deren 200jährigen Bestehens mit der Bedeutung von Medien in unserer Demokratie auseinander.

 

 

Theater Aachen: Die Wand

Theater Aachen, Die Wand, © Ludwig Koerfer


Die Wand

nach dem Roman von Marlen Haushofer
DEA: 12. April 2017
Weitere Aufführung: 13. April
Foto: Ludwig Koerfer

Zum Stück:

 

Geplant war nur ein kurzer Wochenendausflug – ihre Cousine und deren Mann hatten sie in ihre Jagdhütte abseits in den Bergen eingeladen. Doch als ihre Verwandten nach einem abendlichen Ausflug nicht zurückkehren und sie im Dorf nach ihnen schauen will, erwischt es sie kalt: Wie aus dem Nichts hat sich weiträumig eine gläserne undurchdringliche Wand hochgezogen und versperrt ihr den Weg.

Ihr Blick durch die Wand zeigt, dass die Welt – möglicherweise nach einer Katastrophe – von einem dubiosen Stillstand heimgesucht worden ist. Zurückgeworfen auf sich selbst, einen Hund, eine Katze, eine Kuh sowie einige Essensvorräte in der Hütte, begreift sie allmählich ihre Situation. Auf unabsehbare Zeit hat nun einzig die Natur das Sagen. »Ich fühlte weder Kummer noch Verzweiflung«, schreibt Marlen Haushofers namenlose Protagonistin in ihr Logbuch. Für uns kaum vorstellbar: eine Existenz jenseits des Luxus von Elektrizität, Supermarkt, Medien und – elementar – menschlicher Ansprache. Eine existenzielle Ausnahmesituation, die von Isolation und Zwang, aber auch Befreiung und Selbstfindung handelt.

 

 

Staatstheater am Gärtnerplatz: Jean und Antonín

Staatstheater am Gärtnerplatz, Jean,  Marie-Laure Briane
Staatstheater am Gärtnerplatz, Antonín,  Marie-Laure Briane


Jean und Antonín

Zwei sinfonische Ballette
von Michael Keegan-Dolan und Karl Alfred Schreiner

Uraufführung: 1. April 2017
Weitere Aufführungen: 3. / 4. / 6. / 8. / 9. / 12. April
Fotos: links Jean, rechts Antonín © Marie-Laure Briane

Zum Stück:

Lange Zeit standen Ballettkompositionen in Verruf, lediglich Gebrauchsmusik zu sein, die sich dem Tanz unterzuordnen hätten. Doch spätestens seit den großen Meisterwerken Peter I. Tschaikowskys herrscht Einigkeit darüber, dass Musik und Tanz, Klang und Bewegung nicht miteinander konkurrieren, sondern untrennbar zusammengehören. Die zunächst oft scharf kritisierte Idee, so genannte »absolute Musik« zu »vertanzen«, stammt aus der Zeit der berühmten Kompagnie »Ballets Russes«, die unter ihrem Gründer und Impresario Sergei Djagilew neue Maßstäbe im Tanztheater setzte und bewies, dass die Musik durch den Tanz nicht an Eigenständigkeit verliert, sondern eine neue Ebene dazugewinnt. Denn – um mit Igor Strawinsky zu sprechen: »Es genügt nicht, dass man Musik nur hören kann. Man muss Musik auch sehen können.«

Zwei Meisterwerke der Sinfoniegeschichte bilden die musikalische Substanz des sinfonischen Balletts »Jean und Antonín«. Die Sinfonie Nr. 7 des finnischen Komponisten Jean Sibelius aus den Jahren 1918–1924 sowie die Sinfonie Nr. 8 des Tschechen Antonín Dvořák von 1889 / 99 sind nicht nur Klassiker des Repertoires, sondern auch Höhepunkte der orchestralen Ausdruckskraft. Jede für sich ist ein Bekenntnis zur Heimat und zur Natur und bettet die menschliche Seele in die magische Aura der Schöpfung. Mit »Jean und Antonín« kreieren Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner und Gast-Choreograf Michael Keegan-Dolan, der als einer der renommiertesten irischen Tanzschöpfer der Gegenwart gilt, einen sinnlichen Doppelabend, in dem orchestrale Farben in virtuose Bewegungen übersetzt werden und die feierliche und dämmrige Urkraft der finnischen Zauberwelt auf die freudvolle wie melancholische Sphäre des böhmischen Landes trifft.

 

 

Theater Magdeburg: Elbes Quellgeist

Theater Magdeburg, © Wolfgang Krause Zwieback


Elbes Quellgeist

Eine sinnlich-experimentelle Schifffahrt von Wolfgang Kraus Zwieback
Uraufführung: 17. März 2017
Weitere Aufführungen: 25. März, 22. April
Foto: © Wolfgang Krause Zwieback

Zum Stück:

In der Uraufführung von »Elbes Quellgeist« widmet sich das Schauspielensemble in dieser Spielzeit erneut der Stadt Magdeburg und ihrem Wahrzeichen, der Elbe. Der Leipziger Schauspieler, Autor, Regisseur, Grafiker, kurz: Allroundkünstler Wolfgang Krause Zwieback heuert für dieses theatrale Experiment in Magdeburg an. Die Stadt ist für ihn alte neue Wirkstätte. Als Schauspieler war er im Ensemble der Magdeburger Kammerspiele engagiert und inszenierte bereits mehrfach im Theater Magdeburg, so zum Beispiel 2007 »MOZART LIEDER LICHT. Ein szenischer Liederabend«. Gegenwärtig arbeitet er freischaffend und entwickelt Soloabende, Performances und Stücke in Zusammenarbeit mit Tänzern, Musikern und Schauspielern, so zum Beispiel »Leben auf der Baldrianrakete – eine Weltraumoper« (2014) unter anderem mit Corinna Harfouch.

Die Kunst Wolfgang Krause Zwiebacks öffnet vergessene Darstellungsräume und Sprachwelten mittels experimenteller, performativer Praktiken. Der Versuch, Wolfgang Krause Zwiebacks Arbeiten einzuordnen und seine Kunst zu beschreiben, scheitert an der permanenten Veränderung seines Bühnenschaffens. Aus seinem 1983 gegründeten »Kabasurden Abrett« wurde ein »Theater der Sinne«: Der Regisseur und Inszenator erschafft hauptsächlich Geschichten aus funkelnder Sprache, sprudelnden Neologismen und mäandernden Gedankenspielen.

Zusammen mit vier Schauspielern des Magdeburger Ensembles (Iris Albrecht, Maike Schroeter, Raphael Kübler und Ralph Opferkuch) erforscht er die Elbe auf assoziative und theatrale Weise und entführt die Zuschauer auf eine Expedition der besonderen Art. Wohin die Reise geht und ob man wasserdichte Kleidung braucht, das verrät das Inszenierungsteam erst am Premierenabend von »Elbes Quellgeist«. Aber eines ist sicher: Dieses Experiment lässt einen neuen Blick auf einen von Deutschlands größten Flüssen zu.

Theaterei Herrlingen Ulm: Maria und die Callas

Theaterei Herrlingen Ulm, © Theaterei Herrlingen Ulm


Maria und die Callas

von Wolfgang Schukraft
Uraufführung: 16. März 2017
Weitere Aufführungen: 23. / 26. / 31. März, 1. / 7. / 8. / 13. / 15. April
Foto: © Theaterei Herrlingen

Zum Stück:

In Wolfgang Schukrafts Stück „Maria und die Callas“ , das am Donnerstag, 16.03. um 20 Uhr in der Theaterei Herrlingen als Uraufführung gezeigt wird, geht Maria Callas zwischen Träumen und Wachen auf  eine Reise durch ihr Leben.

„Einer der Gründe das Stück zu schreiben, war auch, der über den Tod hinausgehende Verleumdung von Maria Callas etwas entgegen zu setzen. Beispiel ist das Stück „Meisterklasse“ in dem Terrence McNelly sich nicht schämt, der Callas eine Abtreibung anzudichten.“, so Wolfgang Schukraft. Maria Callas ist die Diva assoluta, die „Göttliche“, die mit ihrer Schauspielkunst die Oper des 20. Jahrhunderts revolutionierte. Sie hat die Menschen bewegt und fasziniert wie keine andere Sängerin der Musikgeschichte der letzten hundert Jahre. Doch was für eine Persönlichkeit verbirgt sich hinter der schillernden Operndiva?

Als Privatperson wurde sie oft auf das Klischee der kapriziösen, skandalträchtigen Diva reduziert. Der Autor entwirft dagegen ein sehr privates Bild einer kompromisslosen, aber zutiefst unsicheren Frau, die schon zu Lebzeiten zum Mythos wurde. Er zeigt, wie sie immer darum gekämpft hat, glücklich zu werden, und wie unglücklich sie trotzdem wurde. Es war ihre Tragik, dass sich zwischen dem Mythos „Callas“ und dem Menschen „Maria“ immer tiefere Abgründe auftaten. „Meine lange Beschäftigung mit Maria Callas hat bestätigt, dass das Leben die aufregendsten Geschichten schreibt, und bei Maria Callas kann man hinzufügen, es schreibt auch die dramatischsten Geschichten. Es ist kein Wunder, dass Maria manche Opern fast ein Leben lang im Repertoire hatte. Das sagt mehr über sie als alle ihre Interviews. Darum sind auch Opernarien wichtiger Bestandteil meines Stückes.“ Es spielt und singt die Sopranistin Lauren Francis, Regie führt Franz Garlik.

Kartenservice: Theaterei 0731/268177.

Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig: Halbgott in Nöten

Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig
Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig, Kalle Pohl, © Gabor Richter


Halbgott in Nöten

Komödie von Erich Virch - Inszenierung: Jan Bodinus
Uraufführung:  29. April 2017
Weitere Aufführungen: 30. April,
2. / 3. / 7. / 9.-12. / 21. / 23.-30. / 31. Mai, 1.-3. Juni
Foto: © Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig / Gabriel Richter

Zum Stück:

„Feministin Julia Tiedemann springt im Dom während Messe nackt auf Altar!“ Beim Blick in die Morgenzeitung stehen Dr. Fritz Tiedemann (Kalle Pohl) die Haare zu Berge, denn er wartet gerade mit seiner Frau Irene im Gästehaus der Aloisiusklinik darauf, sich dem streng katholischen Institut als neuer Chefarzt zu empfehlen. Dummer Weise hat ausgerechnet sein Konkurrent Ottmar Köttner die Nacktmeldung über Tiedemanns Tochter schon entdeckt.

Krampfhaft versucht der verzweifelte Vater seine Tochter zu verleugnen, als sie auch schon auf der Flucht vor dem Presserummel zu Tür herein schneit. Auf ihren Spuren folgt der verliebte Golfballtaucher Kevin Müller, der davon träumt, sie zu heiraten. Flugs erklärt Tiedemann Julia zur braven Frau Müller. Julia will aber nicht Kevin, sondern den jungen Arzt Andi Löffler. Der ist Tiedemann als Schwiegersohn ebenso willkommen – bis er sich als sein außerehelicher Sohn entpuppt. Zu allem Überfluss erscheint Andis Mutter und erkennt in Tiedemann ihren verschollenen Liebhaber.

Im hektischen Bemühen, erotische und feministische Eskapaden vor der Kirchenmoral zu verbergen sowie die eben erst eingefädelte Geschwisterheirat doch wieder zu verhindern, kämpft sich Tiedemann tiefer und tiefer in die Katastrophe; er gesteht einen fiktiven Fehltritt auf Amrum, opfert seinen Schnurrbart und gerät unter eine antike Amphore, er gibt sich als sein Konkurrent Ottmar Köttner aus und die eigene Gattin als Geliebte, Irene will die Scheidung, Ex-Schwiegersohn in spe Andi trägt Röcke, drei lädierte Nasen brauchen Eisbeutel, und während schließlich die Sensationspresse anrückt, nimmt alles eine Wendung, mit der Tiedemann als letzter gerechnet hatte – der wahrhaftige Halbgott in Nöten! Diese irrsinnig rasante und pointenreiche Komödie ist Kalle Pohl auf den Leib geschrieben!

Schauspiel Köln: Ansichten eines Clowns

Schauspiel Köln


Ansichten eines Clowns

von Heinrich Böll
Uraufführung: 11. Februar 2017
Weitere Aufführungen: 16. / 19. / 21. Februar, 5. / 19. / 22. / 29. März
Foto: © Schauspiel Köln

Zum Stück:

Die Beziehung Hans Schniers zu seiner Freundin Marie ist Vergangenheit. Doch er kann sie nicht loslassen. Immer und immer wieder wird er von alptraumhaften Bildern und Figuren seines früheren  Lebens heimgesucht. Es wütet in ihm und er wütet mit. Aus der inneren Emigration heraus verteidigt er seine Wertmaßstäbe gegen die bundesdeutsche Restaurationsgesellschaft. Vehement selbstgerecht, wo er Gerechtigkeit fordert. In zwanghaft wiederkehrenden Erinnerungen arbeitet er sich an der Bigotterie katholischer Funktionäre und Bibelkreis-Laien, der Berechenbarkeit der Kulturbranche oder dem einträglichen Opportunismus der großbürgerlichen Eltern ab. Die Widersprüche im eigenen Handeln vermag Schnier dagegen nicht zu sehen.

Vor hundert Jahren wurde in Köln einer der prägendsten Schriftsteller und unabhängigsten Denker der späteren Bundesrepublik geboren: Heinrich Böll. Das Schauspiel Köln feiert den großen Sohn der Stadt mit einer Reihe von Veranstaltungen. Im Zentrum steht die Bühnenadaption seines 1963 veröffentlichten Romans ANSICHTEN EINES CLOWNS durch den Autor und Regisseur Thomas Jonigk. Das Psychogramm eines Abfälligen in einem Deutschland, in dem die Demokratie noch jung, die Wirtschaft ein Wunder und die Kirche einflussreich war.

Theater Dortmund: hell ein Augenblick

Theater Dortmund © Marcel Schaar


hell ein Augenblick

von Kay Voges mit Baumann / Kerlin / Schulz / Seier & Ensemble
Uraufführung: 11. Februar 2017
Weitere Aufführungen: 17. / 18. Februar, 1. / 18. / 26. März. 16. April, 12. Mai, 22. Juni
Foto: © Marcel Schaar

Zum Stück:

Kay Voges und sein Team wagen sich an ein neues Theater-Abenteuer für den MEGASTORE. Die Stückentwicklung hell / ein Augenblick ist die künstlerische Fortsetzung von Das Goldene Zeitalter und Die Borderline Prozession: Diesmal geht es um einen Grenzgang des Theaters zur Kunst der Fotografie.

Helligkeit und Dunkelheit tauschen ihre Plätze, die Bühne verwandelt sich in eine gigantische Dunkelkammer, die nur hin und wieder von Blitzlicht durchzuckt wird: 1/50 Sekunde Licht lässt vor den Augen der Zuschauer Bilder entstehen und wieder vergehen – und fragt nach dem Verhältnis von Bild, Abbild und der Flüchtigkeit des Moments: Kann der Augenblick jemals eingesammelt und auf ewig festgehalten werden?

hell / ein Augenblick ist eine Poetik der Fotografie, des Lichtbildes und der Menschen auf der Bühne, eine traurig-schöne Meditation über die einzige Konstante im Leben, der wir uns wirklich sicher sein können: die Vergänglichkeit.  

Zuschauern mit Dunkelangst, akuten Herzkrankheiten, einer Neigung zu Migräneanfällen und / oder Epilepsie wird dringend von einem Besuch der Vorstellung abgeraten.

Staatstheater Kassel: Das blaue Licht / Dienen

Staatstheater Kassel © M. Sturm


Das blaue Licht / Dienen

von Rebekka Kricheldorf 
Uraufführung: 10. Februar 2017
Weitere Aufführungen: 17. / 25. Februar, 4. März, 29. April, 13. Mai, 10. / 17. Juni
Foto: © M. Sturm

Zum Stück:

Der Krieg geht weiter. – Ich spür ihn wie unter dem HemdeDas trockene Brusthaar, das sich beim  Atmen bewegt

Ein Soldat, ein junger? ein alter? kehrt heim. Sein König grüßt ihn kühl. Im sogenannten »Frieden« hat der Soldat als Werkzeug ausgedient. Die Heimat erlaubt ihm nur, sie Heimat zu nennen, weil und während er für sie kämpft. Gestern Soldat, und heute – was? So schicken die Brüder Grimm den Namenlosen in den Wald. Endlich, nachdem er durchs äußere und innere Dickicht irrte, gelangt er an eine Hütte, in der eine alte Frau ihn empfängt ... So beginnt »Das blaue Licht«.

Hör ich im Laube lachen−
Verbrannt vom Salz der Laugen −
Soldaten, fremd, mit flachen
Maschinengewehraugen

Märchenhelden sind so anziehend wie verstörend. Schwerelos anonym, moralisch klar steuern sie stracks vom »Es war einmal« zum »nicht gestorben sind« durch Welten, wo noch das Gute grausam obsiegt – aber anders als unsere Comichelden, die erst durch Traumata zu Helden werden, anders als Spiderman oder Batman scheint der Grimm'sche Held immun gegen Neurosen, Komplexe, Ängste. So scheint es.

Genau hier beginnt Rebekka Kricheldorf ihre etwas andere Mär DAS BLAUE LICHT. Was ist dieses blaue Feuerzeug, mit dem der Soldat, von der Hexe im Brunnen gefangen, ein Männlein rufen kann? Was unterwirft er da sich für seinen Rachefeldzug, wo er die Prinzessin demütigt, heiratet, den König entthront? Ist das Unterbewusstsein, wie Pierre Janet vor Freud dachte, gar Folge von Traumata, der innere Brunnen, in den wir die Schrecken und Überreize versenken und so von uns abtrennen?

Unaufhörlich stritten Stimmen
In der Luft, obwohl sich
Die mythologischen Wesen längst
Zurückgezogen hatten.

Die schwarzen Männleins, psychotische Dämonen oder posttraumatische (Über-)Lebenshilfe?
(Gedichte von K. Krolow)

Schauspiel Frankfurt: Ich, ein Anfang

Frankfurt Schauspiel © Birgit Hupfeld


Ich, ein Anfang

von Sasha Marianna Salzmann
Uraufführung: 10. Februar 2017
Weitere Aufführungen: 18. / 23. Februar, 4. / 5. / 9. / 17. / 26. März. 3. April
Foto: © Birgit Hupfeld

Zum Stück:

Eines Tages ist Re weg. Und hinterlässt ein leeres Zimmer mit Fotografien, die sie auf dem Flohmarkt zusammengesucht hat. Oder ist es doch sie, die darauf lächelt? Keiner weiß, wohin sie gegangen ist, sporadisch erreichen Efraim und Nana kryptische Nachrichten. Als Sellal zur Zwischenmiete in das Zimmer zieht, beginnen die Nachforschungen: Wer war Re? Hat es sie wirklich gegeben? Drei junge Menschen auf der Suche nach einer Projektionsfläche ihrer Sehnsüchte. Sie haben nur eine Nacht, denn das neugesponnene Dreieck zwischen ihnen ist wieder in Auflösung begriffen.

Sasha Marianna Salzmann schreibt im Rahmen der Frankfurter Positionen 2017 ein Auftragswerk für das Schauspiel Frankfurt über eine Gruppe junger Menschen verschiedener Herkunft, Sexualität und Psychologie, die über die Abwesenheit von Re vereint sind. Sie alle sind auf der Suche nach einem Platz im Leben, einer Ordnung der Unordnung, die ihre Heimatlosigkeit mit sich bringt. Salzmann führt die Geschichten der Sehnsucht nach  der Welt zusammen in den kleinsten Raum, den Menschen sich teilen können: eine Frankfurter WG. Salzmanns Stücke wurden u.a. mit dem Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen (»Muttersprache Mameloschn«) und dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker (»Muttermale Fenster Blau«) ausgezeichnet.

Bernadette Sonnenbichler inszeniert das erste Mal am Schauspiel Frankfurt. Bisher entstanden Arbeiten u.a. am Schauspielhaus Graz, Residenztheater München, Schauspielhaus Wien und regelmäßig am Theater Aachen, wo ihre Inszenierung »Das Himbeerreich« 2014 zum NRW-Theatertreffen eingeladen wurde. Ab der Spielzeit 2016/17 ist sie Hausregisseurin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Sie schreibt und inszeniert auch Hörspiele und wurde für ihre Rundfunkarbeiten mehrfach ausgezeichnet.

Theater Bonn: Der Zorn der Wälder

Theater Bonn © Thilo Beu


Der Zorn der Wälder

von Alexander Eisenach
Uraufführung: 10. Februar 2017
Weitere Aufführungen: 21. Februar, 9. / 15. / 31. März
Foto: © Thilo Beu

Zum Stück:

Eisenach legt sein neuestes Stück, das als Auftragsarbeit für das THEATER BONN entstand, als Kriminalgeschichte an, in deren Zentrum sich der Privatermittler Gordon Pritchet bewegt – eine Figur, die einem amerikanischen Film Noirentsprungen zu sein scheint.

Wie bereits in seinem am Schauspiel Frankfurt uraufgeführten „Finanzwestern“ DER KALTE HAUCH DES GELDES, für den Eisenach 2016 den Kurt-Hübner-Regiepreis erhielt, nutzt der Autor Archetypen, Stilmittel und Erzählmuster eines bekannten Genres, um neben dem Vertrauten noch etwas ganz anderes zu erzählen. Anhand eines klassischen Krimiplots um einen verschwundenen Mann entspinnt er eine Geschichte um das Verschwinden des Menschen selbst in einem aus dem Ruder gelaufenen kapitalistischen Systems.

Regie führt Marco Štorman, der zum ersten Mal in Bonn inszeniert. Er studierte Regie an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule und arbeitete seit dem u.a. amThalia Theater Hamburg, dem Schauspiel Hannover, der Volksbühne Berlin, den Münchner Kammerspiele und an der Staatsoper Stuttgart. Seit der Spielzeit 2016/17 ist Marco Štorman Hausregisseur am Theater Luzern.

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: Trilliarden. Die Angst vor dem Verlorengehn

SchauSpielHaus Hamburg © Klaus Lefebvre


Trilliarden. Die Angst vor dem Verlorengehn

von Ingrid Lausund
Uraufführung: 3. Februar 2017
Weitere Aufführungen: 19. Februar, 26. / 28. März, 7. April
Foto: © Klaus Lefebvre

Zum Stück:

"Angenommen mal, ich habe eine Seele, die nach dem Tod ins Jenseits schwebt, ist in der Seele dann mein Ich noch mit dabei? Und angenommen mal, mein Ich ist da noch mit dabei – gehören zu dem Ich auch noch Gefühle und Empfindung? Und angenommen mal, es gäbe noch Gefühle, postmortal, zum Beispiel Freude, dann wäre es auf jeden Fall ja eine Freude ohne Glückshormone."

Ein Stück über Todesangst und Bleibenwollen, die Suche nach unzweifelhaften Überzeugungen und den Glauben an die lebensverlängernde Wirkung von Broccoli.

Ingrid Lausund, geboren in Ingolstadt, arbeitet als Autorin und Regisseurin. Unter dem Pseudonym Mizzi Meyer verfasst sie seit 2011 die Drehbücher zur Fernsehserie »Der Tatortreiniger«.

Ingrid Lausund lebt in der Bretagne und Berlin.

Schauspielhaus Graz: Empire


Empire

von Milo Rau
Österreichische EA: 14. Oktober 2016
Weitere Aufführungen: 16.-18. / 21.-23. / 25. September,
8. / 14. / 19. / 29. / 30. Oktober, 6. November
Foto: © Marc Stephan

Zum Stück:

Sie stammen aus Griechenland, Syrien, Kurdistan und Rumänien. Sie sind drei Schauspieler und eine Schauspielerin, aber sie sind auch Menschen, die etwas von Flucht und Heimat zu erzählen haben. Zwei sind durch Flucht nach Europa gekommen, die anderen beiden leben an dessen Rändern und kennen das Konstrukt Grenze aus einer besonderen Perspektive.

In „Empire“ gehen sie mit ihren eigenen Geschichten jenen Fragen auf den Grund, die beim tagtäglichen Medienkonsum sonst nur kurz und unbequem aufblitzen: Was ist Flucht? Was ist Heimat? Und wie wird das Gesicht des neuen Europa aussehen?

Mit dem abschließenden Teil seiner gefeierten Europa-Trilogie zeigt der Schweizer Theater- und Filmemacher Milo Rau erstmals eine Arbeit in Graz. Nicht umsonst ist er einer der erfolgreichsten Künstler*innen des Kontinents, den er seit Jahren gründlich unter die Lupe nimmt: Streitbar, konsequent und unaufgeregt reizen Milo Rau und das von ihm 2007 gegründete International Institute of Political Murder (IIPM) die Möglichkeiten des Theaters aus, um nicht nur dokumentarisch, sondern höchst politisch aufzutreten. Das ist ihm durch Reenactments historischer Ereignisse („Hate Radio“, „Breiviks Erklärung“) und aufwendig inszenierte Prozesse (zuletzt „Das Kongo Tribunal“) ebenso bestechend gelungen wie nun, bei der Europa-Trilogie, über die Kraft des Erzählens.

In „Empire“ wissen die Erzählenden von Verlust und Gefängnis, Tod und Wiedergeburt zu berichten, aber auch darüber, wie es ist, diese Erfahrungen künstlerisch zu verarbeiten. Gemeinsam mit ihnen wagt Milo Rau – nach den Themen der Radikalisierung im ersten Teil, „The Civil Wars“, und der Vergangenheitsbewältigung im zweiten, „The Dark Ages“, – nun den Blick in eine ungewisse Zukunft. Intim und doch von epischer Größe entsteht so das Porträt eines mythischen wie realpolitischen Imperiums...

In arabischer, griechischer, kurdischer und rumänischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Schlosstheater Celle: Die Tanzstunde


Die Tanzstunde

von Mark St. Germain
Dspr. EA: 4. September 2016
Weitere Aufführungen: 16.-18. / 21.-23. / 25. September,
8. / 14. / 19. / 29. / 30. Oktober, 6. November
Foto: © Schlosstheater Celle

Zum Stück:

Die Tanzstunde ist die Geschichte von Ever Montgomery und seiner Nachbarin Senga, einer Tänzerin, die sich wegen einer Beinverletzung von der Welt zurückgezogen hat. Ausgerechnet an ihre Tür klopft er, weil er für eine Preisverleihung nicht darum herum kommt, tanzen zu lernen, obwohl ihm jeder Körperkontakt ein Graus ist.

Zwei Menschen treten, wenn auch zunächst widerwillig, aus ihrer Anonymität heraus und lernen sich selbst und den anderen immer besser kennen. Nach anfänglichen Missverständnissen kommen sie sich viel näher, als zu erwarten war.  

Junges Theater Bonn: "Die drei ??? - Fluch des Piraten"


Die drei ??? - Fluch des Piraten

nach dem Roman von Ben Nevis
Uraufführung: 24. September 2016
Weitere Aufführungen: 25. / 28. / 30. September,
1. / 2. / 7.-9. Oktober, 3.-5. / 26.-28. November, 8.-10. / 21.-23. /30. / 31. Dezember
Foto: © Rolf Franke, Junges Theater Bonn

Zum Stück:

In Rocky Beach, dem kleinen Ort an der kalifornischen Pazifikküste ganz in der Nähe von Los Angeles, haben gerade die Sommerferien begonnen. Justus, Peter und Bob treffen sich in ihrem Hauptquartier, um einen gerade erfolgreich aufgeklärten Fall zu den Akten zu legen und dann ganz entspannt den Ferienbeginn mit ein paar Freunden - und Bob und Peter mit ihren Freundinnen - am Strand zu feiern. Dementsprechend sind sie nicht wirklich passend für einen Einsatz gekleidet, als Justus plötzlich von Althena über den Haufen gerannt wird - einem Mädchen, das sie kennen, weil sie mit einer Freundin ebenfalls ein Detektivbüro betreibt - und das jetzt von einem bewaffneten Mann verfolgt wird. Durch die Hilfe der drei ??? schien sie ihrem Verfolger entkommen zu sein – doch nicht auf Dauer. Peter konnte nur noch beobachten, wie sie letztlich doch in die Fänge des Unbekannten geraten ist. Erst jetzt bemerkt Justus, dass eine kleine Digitalkamera in seiner Hosentasche steckt. Die kann nur Althena ihm zugesteckt haben, in dem Moment, in dem sie über ihn gestolpert ist.

Die drei Detektive streichen ihre Party-Pläne und ziehen sich wieder in ihr Hauptquartier zurück, um die Bilder auf der mysteriösen Kamera zu analysieren. Und tatsächlich – die Bilder enthalten verschiedene Hinweise auf einen Fall, an dem Althena vermutlich gerade arbeitete. Wahrscheinlich gibt es einen Zusammenhang zwischen diesem Fall und ihrer Entführung. Wahrscheinlich war es kein Zufall, dass sie Justus umgerannt hat, sondern pure Absicht, um ihm die Kamera unauffällig zu geben und so ihre Beweismittel zu sichern. Aber worum geht es in dem Fall? Wer ist der Entführer, und wo ist die Entführte?

Eilige Recherchen führen die drei ??? in eines der großen Hollywood-Studios, und von dort auf eine einsame Insel weiter nördlich im Pazifik, auf der vor Jahren ‚Der Fluch des Piraten‘ gedreht worden war. Ein gescheiterter Regisseur, ein entlassener Häftling, ein mysteriöser Brief – all das scheint irgendwie zusammen zu hängen mit dem Verschwinden ihrer Kollegin. Doch als die drei Jungen diese Zusammenhänge mehr und mehr entschlüsseln, ist es beinah schon zu spät…

Ben Nevis hat mit ‚Fluch des Piraten‘ einen Fall für ‚Die drei ???‘ geschrieben, der alles hält, was der Titel und die Reihe versprechen: Eine hochspannende Handlung mit einem gehörigen Anteil Mystery, aber auch mit einigem Humor, der oft der Suche der jugendlichen Detektive nach ihrer zukünftigen Rolle als Erwachsene entspringt. So ist das Theaterstück, das Moritz Seibert auf der Basis des Romans schreibt und inszeniert, nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden, einschließlich all der damit verbundenen Komplikationen.

 

 

Junges Theater Bonn: "Bestimmt wird alles gut"


Bestimmt wird alles gut

nach einer Erzählung von Kirsten Boie
Uraufführung: 10. September 2016
Weitere Aufführungen: 11. / 13. / 14. / 17. September,
4. / 6. / 7. Oktober, 5. / 7. / 8. / 10. / 21. / 22. November
Foto: © Rolf Franke, Junges Theater Bonn

Zum Stück:

Kirsten Boies hat die Geschichte von Rahaf und Hassan angehört und erzählt sie so nach, dass sie für sich stehen kann, aber auch für viele andere vergleichbare Schicksale und für unsere Zeit. Das in Deutsch und Arabisch verfasste Buch erzählt mit eindrücklichen Illustrationen einfühlsam und aus kindlicher Sichtweise von Krieg und Vertreibung, Flucht, Verlust und Hoffnung.

Rahaf hat schon viel erlebt. Sie ist zehn Jahre alt und musste Menschen sterben sehen, ihre beste Freundin für immer verlassen, ihre Oma auch. Rahaf kommt aus Syrien.

Früher haben Rahaf und Hassan in der syrischen Stadt Homs gewohnt und es schön gehabt. Anfangs gibt es noch kleine lustige Anekdoten aus Rahafs Leben. Von ihrer Puppe, ihrer Freundin und den kleinen Geschwistern. Aber dann kamen immer öfter die Flugzeuge und man musste immerzu Angst haben. Da haben die Eltern beschlossen wegzugehen, in ein anderes Land.

Die Familie wird von den Schleusern mit etlichen anderen Menschen auf ein viel zu kleines Boot verfrachtet, sämtliches Gepäck verschwindet, es ist extrem eng, kalt, es gibt nichts zu essen, nur etwas Wasser. Der beschwörende Satz, der dem Buch den Titel gab, „Bestimmt wird alles gut“, hängt als Hoffnung über allem und begleitet die Familie von Italien nach Deutschland.

Oft noch wird die Hoffnung enttäuscht. Das Erstaufnahmelager wirkt abweisend, auch die Schule erscheint Rahaf fremd. Und der Vater ist so traurig, weil er nicht arbeiten darf. Zwei Jahre schon.

Denn auch das gehört zur Wahrhaftigkeit in Boies Erzählung: Flucht und Exil bestehen vor allem aus Warten. Irgendwann könnte alles gut werden. Vielleicht.

Ein schweres und brisantes Thema wird als wohltuend, klug und einfühlsam erzählt. Konstanze Kappenstein, die für das Junge Theater Bonn schon ‚Malala-Mädchen mit Buch‘ und ‚Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte‘ inszeniert hat, inszeniert ihre eigene Bühnenbearbeitung für Zuschauer ab sechs Jahren.

Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Weit mehr als hundert Bücher, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, zeugen von ihrer enormen literarischen  Vielseitigkeit, großem  Einfühlungsvermögen, vor allem aber von ihrem sozialen Engagement. 2007 wurde Kirsten Boie für ihr Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet.

Neues Theater GmbH Hannover: Schlussmacher frei Haus


Schlussmacher frei Haus

Komödie von Tristan Petitgirard 
Dspr. EA: 2. September 2016
Weitere Aufführungen: 3. / 4. / 6.-11. / 13.-16. / 20.-25. / 27.-30. September,
1.-9. / 11.-16. / 18.-23. / 25.-30. Oktober, 1.-6. / 8.-13. / 15.-19. November
Foto: © Oliver Vosshage

Zum Stück:

Eine Liebesbeziehung zu beenden ist niemals schön, also warum nicht jemanden dafür bezahlen, der es für einen erledigt? Genau dafür hat Eric seine Agentur „Schlussmacher frei Haus" gegründet.

Als er eines Abends wieder einmal seinen Beruf ausüben und einer armen Frau sagen soll, dass ihr Geliebter beschlossen hat, sie zu verlassen, steht ihm jedoch selbst eine Überraschung ins Haus: Die „arme Frau", der er seine Botschaft überbringen soll, ist Pauline, die Liebe seines Lebens.

Die Pauline, die vor sieben Jahren plötzlich und ohne jeglichen Grund aus Erics Leben verschwand. Natürlich sagt Eric Pauline nicht, dass er von ihrem Geliebten Hyppolite zum Schlussmachen engagiert wurde. Die Information, dass er sogar noch vor Pauline von ihrem „brandneuen Singlestatus" weiß, sieht Eric als seinen ganz persönlichen Vorteil.

Allerdings rechnet er nicht im Entferntesten damit, dass Hyppolite plötzlich gar nicht mehr von Pauline getrennt werden möchte – und ihr sofort einen Besuch abstatten wird. So trifft sich bei Pauline ein ziemlich merkwürdiges Trio: die Frau, ihr Ex und ihr „zukünftiger" Ex.

Verwechslungen und beste Unterhaltung sind garantiert! Der neue Komödie-Hit aus Paris!

 

 

SPIELZEIT 2015/2016

Staatsschauspiel Dresden: 89/90


89/90

nach dem Roman von Peter Richter
Uraufführung: 27. August 2016
Weitere Aufführungen: 1. / 10. / 16. / 24. September, 19. / 26. Oktober
Foto: © David Baltzer

Zum Stück:

Warum hauen einem eigentlich all die schönen Mädchen ständig in den Westen ab? Im Sommer 1989 ändert sich gerade die ganze Weltordnung, aber als 16-Jähriger stehen andere existenzielle Fragen im Mittelpunkt. Nachts im Freibad begegnet der Protagonist aus „89 / 90“, der sich am liebsten mit „Rowdies, Arbeitsbummelanten, Provokateuren und Leuten mit ernsten Problemen, sich in die sozialistische Gemeinschaft einzufügen“ rumtreibt, dann aber doch der L., der einzig wirklich überzeugten Kommunistin, die hier überhaupt noch anzutreffen ist.

„Kann es sein, dass diese Stadt eine einzige Kippkarte ist?“, fragte der gebürtige Dresdner Peter Richter in seiner Dresdner Rede am Staatsschauspiel. In seinem autobiografischen Roman, der 2015 für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, schildert er ­anhand anekdotischer Erinnerungen, wie Erwachsenwerden und das Ende einer Ära Hand in Hand gehen. Er zeigt das Bild vom Umbruch einer Stadt, einhergehend mit dem Zusammenbruch einer politischen Idee – und da gibt es naturgemäß immer mehrere Sichtweisen: Als schließlich die Mauer und kurz danach die DDR fällt, stehen sich Freunde, die eben noch gemeinsam auf das System schimpften, als Linke und Rechte gegenüber und schlagen sich bei jeder Gelegenheit mit ihren neuen Baseballschlägern die Köpfe ein. Und im Geschichtsunterricht kommt nach der Weimarer Republik wieder das Mittelalter dran, denn es ist nicht mehr so klar, wie man Geschichte ab jetzt weitererzählt. Denn wie es zugeht, wenn Rechtsradikale die Straße übernehmen, und Leute, die eben noch Kommunisten gewählt haben, beifällig dazu nicken, muss man nicht mehr im Schulunterricht durchnehmen, das kann man sich jetzt jeden Tag mit eigenen Augen in der Stadt anschauen.

In der Aufführung von 89/90 werden bei einigen Szenen beachtliche Lautstärken erreicht. Unser Abendpersonal hält für Sie gratis Gehörschutz bereit. Wir weisen auch darauf hin, dass während der Vorstellung Stroboskoplicht eingesetzt wird.

 

 

Staatstheater Mainz: "Traurige Zauberer"


Traurige Zauberer

Eine stumme Komödie mit Musik von Thom Luz
Uraufführung: 21. Mai 2016
Weitere Aufführung: 12. Juni, 1. Juli
Foto: © Andreas Etter

Zum Stück:

Jeder Zaubertrick handelt im Kern von Tod und Wiederauferstehung und hinter jedem gelösten Rätsel verbirgt sich ein weiteres. Auf der Hinterbühne eines Provinztheaters warten zwei Magier auf ihren vorerst letzten Auftritt. Mit dabei: ihre beiden Ehefrauen und die Requisiten für den schwebenden Jüngling, das Jungfrauenrätsel, das verschwindende Licht und den Kartentrick mit der unerwarteten Wendung.

Das Bühnenexperiment wird durchwebt von Musik von Charles Ives, Debussy und Bach – und vergessene Biografien einiger großer Persönlichkeiten aus dem Täuschungsgeschäft spielen eine wichtige Rolle. Geht es hier um Verschwinden und Wiederauftauchen? Um die An- und Abwesenheit? Den Schritt ins Jenseits und das Warten auf ein Wunder? Die Suche des Menschen, sich mit der Unendlichkeit zu verbinden? – Vielleicht. Vielleicht werden wir auch etwas vollkommen Unerklärliches, Wunderliches erleben.

Luz' Theaterabende zeichnen sich durch hohe Musikalität und eine poetische, melancholische Bildsprache aus. Archiv des Unvollständigen hieß eine seiner Arbeiten, die wesentlich dazu beitrug, dass er von der Fachzeitschrift Theater heute zum Nachwuchsregisseur des Jahres 2014 ernannt wurde. Der Titel dieses Abends könnte auch die Gesamtüberschrift all seiner bisher geschaffenen Theaterabende bilden, denn egal ob er den Biografien von Polarforschern, französischen Surrealisten nachspürt oder ob er den Zauberberg und Werther auf die Bühne bringt, es geht ihm eher um das nicht gesagte als um das wirklich gesprochene Wort. Mit Atlas der abgelegenen Inseln, wurde er 2015 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Traurige Zauberer ist Thom Luz‘ erste Arbeit für das Staatstheater Mainz.

Badisches Staatstheater Karlsruhe: "For the first time"


For the first time

Ein Tanz-Theater-Projekt des BADISCHEN STAATSTHEATERS und des Rotary Clubs Karlsruhe in Kooperation mit dem Kulturzentrum Tempel
Uraufführung: 26. Mai 2016
Weitere Aufführung: 2. Juni
Foto: © Felix Grünschloß

Zum Stück:

Der erste Atemzug, der erste Schritt, der erste Kuss, der erste Verlust: In der Zeit des Heranwachsens, fühlen, denken, tun und erleben wir vieles zum ersten Mal. In der Produktion For the First Time nehmen Jugendliche aus Karlsruhe und Umgebung ihr Leben als Summe von ersten Malen unter die Lupe. Mit Tanz als körperlichem Ausdrucksmittel zeigen sie, wie sich innere und äußere Welten plötzlich oder allmählich wandeln und präsentieren diese Bilder der Veränderung in einem Defilee der Jugend.

Beata Anna Schmutz, die neue Leiterin des VOLKSTEHATERS, setzt mit diesem Bewegungsprojekt direkt in der Lebenswelt von Jugendlichen an und untersucht gemeinsam mit Ihnen, wie das eigene Leben durch bedeutsame Momente beeinflusst wird. Die in Polen geborene Regisseurin ist spezialisiert auf partizipatorische Theaterarbeiten.

Mainfranken Theater Würzburg: "Der Steppenwolf"


Der Steppenwolf

Musiktheater von Viktor Åslund nach Hermann Hesses gleichnamigem Roman
Uraufführung: 7. Mai 2016
Weitere Aufführungen: 31. Mai, 2. / 15. / 17. Juni, 1. Juli
Foto: © Falk von Traubenstein

Zum Stück:

Hermann Hesse – Literaturnobelpreisträger, vielgelesener und vielgepriesener Autor, Lyriker, Romancier, Kritiker der satten Bürgerlichkeit und Meister im Analysieren und Erfahren von Lebenskrisen – veröffentlichte 1927 seinen autobiografisch durchwirkten Roman Der Steppenwolf. Selten gingen Themen wie der Überdruss am Gang des Alltäglichen, das Aufbrechen bisher verdrängter Begierden und Wünsche, die Lust, alle Zwänge des biederen Philistertums zu überwinden, und die kreative Kraft der Krise eine packendere Verbindung ein als in diesem Werk. Kein Wunder also, dass dieser Roman über die antibürgerliche Selbstfindung von Hermann Hesses Alter Ego Harry Haller gerade in der Aufbruchstimmung der 68er-Bewegung Kultstatus erlangte.

Nun endlich kommt diese Geschichte auch auf die Opernbühne, wenn das Mainfranken Theater Viktor Åslunds Vertonung von Rainer Lewandowskis Hesse-Libretto zur Uraufführung bringt. Dieses Werk mit seiner ebenso intelligenten wie zugänglichen Musik ist dabei weder Musical noch Oper, weder Schauspiel mit Songeinlagen noch Lyrisches Drama, sondern einfach pralles Musiktheater!    

Schauspiel Frankfurt: "Der alte Affe hat Angst"


Der alte Affe hat Angst

von Oskar Roehler
Uraufführung: 22. April 2016
Weitere Aufführungen: 4. / 5. / 21. / 22. Mai, 1. / 2. Juni
Foto: Birgit Hupfeld

Zum Stück:

Oskar Roehlers »Der alte Affe Angst« ist eine bedingungslose Liebesgeschichte, frei von Romantik und jugendlicher Leichtigkeit. Sie zeigt die Liebe als Schmerz, als Angst vor Verlust und offenbart darin eine Tiefe, die an das antike Drama erinnert. Roehlers Protagonist ist Theaterregisseur und befindet sich in einer schweren persönlichen Krise. Seit Monaten hat er schon nicht mehr mit Marie geschlafen. Seine Befriedigung findet er nur noch bei Prostituierten. In den gegenseitigen Verletzungen verlieren Marie und Robert fast den Boden unter ihren Füßen, bis sie erkennen, dass es sich lohnt, für ihre Liebe zu kämpfen. 

Oskar Roehler zählt zu den wichtigsten deutschen Filmemachern der Gegenwart, dessen Arbeiten sich »nach der Feier des Empfindens sehnen, nach dem kurzen, seltenen Moment, in dem der Liebe nichts in die Quere kommen kann« (Die Zeit). Seit seinem gewichtigen autobiografischen Roman »Herkunft« hat Roehler auch als Autor Anerkennung gefunden. Ersan Mondtag, der in der Saison 2013/14 Mitglied im Frankfurter REGIEstudio war und mit zwei seiner Frankfurter Inszenierungen zum Festival »Radikal jung« eingeladen wurde, bearbeitet den Stoff erstmals für die Bühne.

Staatstheater Mainz: "Am Sonntag bist du tot"


Am Sonntag bist du tot

nach dem Drehbuch von John Michael McDonagh
Uraufführung: 21. April 2016
Weitere Aufführungen: 29. April, 15. / 31. Mai, 8. / 11. / 21. / 22. Juni
Foto: Bettina Müller

Zum Stück:

Nach dem Tod seiner Frau hat sich James Lavelle als katholischer Priester auf eine kleine irische Insel zurückgezogen. Seine Gemeinde ist überschaubar, jeder kennt hier jeden, viele haben eine gemeinsame Vergangenheit. „Am Sonntag bist du tot“, sagt eine Männerstimme eines Tages zu ihm im Beichtstuhl. Unschuldig und stellvertretend soll er büßen für die Taten eines anderen Priesters, der den Mann als Kind jahrelang missbraucht hat. Möglicherweise hat Lavelle die Stimme des Mannes erkannt, aber das Beichtgeheimnis bindet ihn.

Der Zuschauer begleitet ihn ab dem Moment eine Woche lang bis zu seinem angedrohten Todestag. Lavelle begegnet den Menschen seiner Gemeinde, seine Tochter kommt und konfrontiert ihn mit der Vergangenheit. In den Gesprächen wird das schwierige Verhältnis jedes Einzelnen zur Kirche und zum Glauben deutlich – und nicht selten entlädt es sich in Aggressivität gegenüber ihrem Vertreter, Lavelle. Auch die andere Wange hinhalten, das Leben und die Menschen aushalten – kann er das? Ist das der richtige Weg? Und was geschieht am Sonntag?

Auf Grundlage des Filmdrehbuchs wird der leitende Regisseur K.D. Schmidt Am Sonntag bist du tot als Uraufführung auf die Bühne bringen. Die klugen, schnellen Dialoge ebenso wie die differenziert gezeichneten Figuren führen zu einer intensiven Auseinandersetzung mit einem hochaktuellen Thema.

Schauspiel Frankfurt: "Der Sturm"


Der Sturm

von William Shakespeare - Neuübersetzung von Frank-Patrick Steckel
EA der Neuübersetzung: 15. April 2016
Weitere Aufführungen: 4. / 20. / 22. / 28. Mai, 17. Juni
Foto: Birgit Hupfeld

Zum Stück:

Prospero, der rechtmäßige Herzog von Mailand, ist Opfer familiärer Machtkämpfe und wird mit seiner Tochter Miranda auf eine Insel verbannt. Zusammen mit zwei mythischen Gestalten, dem Luftgeist Ariel und dem wilden Sklaven Caliban, plant der Herzog seinen Rachefeldzug und beschwört einen Sturm herauf. Der magische, auf offener See wütende Sturm zwingt Prosperos Widersacher, mit ihrem Schiff auf der Insel zu stranden. Die Neuankömmlinge irren auf der Insel umher, unterliegen einer Probe »des menschlichen Wahnsinns « und die vermeintlichen Rachepläne rücken in den Hintergrund, denn Miranda verliebt sich Hals über Kopf in die Neuankömmlinge und Caliban will die Chance zur Flucht ergreifen.

Andreas Kriegenburg, der am Schauspiel Frankfurt u.a. mit poetischen Inszenierungen wie Goldonis »Diener zweier Herren« und Tschechows »Die Möwe« das Publikum verführte, wird dieses von Magie beherrschte Stück Shakespeares auf die Bühne bringen.

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins - Sektion Schauspiel

Theater, Oper und Orchester GmbH Halle: "Casanova"


Casanova

Ballett von Ralf Rossa - Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Uraufführung: 15. April 2016
Weitere Aufführungen: 4. / 20. / 22. / 28. Mai, 17. Juni
Foto: Theater Oper und Orchester GmbH, Fotos: Falk Wenzel

Zum Stück:

Vieles aus dem Leben des Italieners Giacomo Girolamo Casanova ist Legende, seine Geburt als Sohn einer Schaustellerfamilie 1725 in der Calle Malipiero im Markusviertel Venedigs hingegen belegt. Die Stadt war im 18. Jahrhundert nicht nur ein Mekka für Literatur, Theater und Musik, sondern auch touristischer Magnet für Abenteurer, Biedermänner und Geistliche aus Europa zur Befriedigung erotischer Fantasien.

Casanova fand seine Amouren in Casinos ebenso wie in den verruchtesten Bordellen. Neben Patrizierinnen verführte er auch Nonnen, die von ihren Beichtvätern nicht selten zur Prostitution angeboten wurden. Als Casanova 1755 wegen Libertinage und Blasphemie verurteilt wurde, gelang ihm bald darauf die legendäre Flucht aus den Bleikammern des Dogenpalasts.

Jahre später betrat er ausgerechnet als Spion der venezianischen Geheimpolizei wieder heimatlichen Boden und wurde erneut verbannt. Im Laufe seines Lebens verdingte er sich u.a. an den Höfen von Wien, Paris, London und St. Petersburg als Astronom, Diplomat, Philosoph, Librettist, Musiker, Übersetzer, Ökonom und Historiker.

Die letzten Jahre lebte Casanova verbittert als Bibliothekar in Böhmen, wo er seine kulturgeschichtlich bedeutenden Memoiren »Geschichte meines Lebens« schrieb und 1798 starb. – In einer Melange aus Wahrheit und Erfindung macht sich Ralf Rossa auf die Spur dieser faszinierenden Persönlichkeit, die Eros, Kultur und Mystik untrennbar in sich vereint.

Hinweis: mit Stroboskoplicht

Deutsches Theater Göttingen: "Unter der Erde"


Unter der Erde

von Paco Bezerra
Europäische EA: 12. April 2016
Weitere Aufführungen: 26. April 3. Mai
Foto: © Isabel Winarsch

Zum Stück:

Unter der Oberfläche modert es. Doch die Leichen im Keller sind gut verscharrt. Kilometerlang erstrecken sich in Südspanien die Dächer der Gewächshäuser. Alles, was das Auge zu sehen bekommt, ist ein Meer aus Plastikplanen, unter denen nicht nur das ganze Jahr Gemüse wächst, sondern auch viele Gastarbeiter schwitzen.

Ein Vater von drei Söhnen bewirtschaftet eine dieser Plantagen. Zusammen mit seinem Zweitgeborenen arbeitet er an der Zucht einer neuen, gewinnbringenden Tomatensorte.

Denn sein Ältester ist von einer seltsamen Hautkrankheit gezeichnet und fällt als Erwerbsquelle aus. Der Jüngste interessiert sich dagegen nur fürs Schreiben und eine junge Gastarbeiterin. Unweigerlich kommt es zum Konflikt zwischen ihm und dem Vater, der die Familientradition und das Patriarchat hochhält. Doch nicht nur zwischen den Generationen knirscht es. Ein seltsames Geheimnis scheint das Gewächshaus und den Boden, auf dem die Tomaten wachsen, zu umgeben. Die rätselhafte Hauterkrankung des ältesten Sohnes, die an einer Vergiftung verschiedene Mutter, das Leiden des Vaters und das Herzstechen der jungen Gastarbeiterin deuten auf den exzessiven Einsatz von Pestiziden hin. Das absolute Verbot des Vaters, das Gewächshaus zu betreten, lässt sogar noch schlimmeres vermuten.

Wie in Traumzyklen erzählt Bezerra die Geschichte eines modernen ›Plantagenbesitzers‹ und seiner drei Söhne und thematisiert innerhalb dieser – an Shakespeares »König Lear« erinnernden – Familienkonstellation nicht nur einen klassischen Vater-Sohn-Konflikt, sondern auch die teilweise prekären Bedingungen des Gemüseanbaus in Südspanien.

Landestheater Linz: "Franzgeschichte"


Franzgeschichte

Familienstück nach Christine Nöstlinger - Bühnenfassung von Christine Wipplinger - Für alle ab 5 Jahren
Uraufführung: 8. April 2016
Weitere Aufführungen: 16. / 17. / 21. / 23. / 24. / 27. / 30. April 7. / 8. / 14.-16. / 20. Mai, 12. / 15. Juni
Foto: © Reinhard Winkler

Zum Stück:

Die Geschichten vom Franz? Noch nie gehört?! Franz ist ein sechsjähriger Junge, schmächtig, mit blonden, wuscheligen Locken. Häufig wird er deshalb verspottet und für ein Mädchen gehalten. Doch da gibt es ein Mädchen, das ihn immer verteidigt und treu an seiner Seite ist.

Gabi, seine beste Schulfreundin. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn und erleben viele spannende, traurige, lustige und gruselige Geschichten. 1984 wurden die großartigen, mit Witz, Humor und Charme geprägten Geschichten vom Franz von Christine Nöstlinger ins Leben gerufen. Christine Wipplinger kreiert nun daraus eine eigene Fassung für den u\hof:.

Landestheater Detmold: "Sogno d`un mattino di primavera (Traum eines Frühlingsmorgens)"


Sogno d`un mattino di primavera (Traum eines Frühlingsmorgens)

von Alexander Muno
Uraufführung: 8. April 2016
Weitere Aufführungen: 13. / 17. April, 13. Mai, 23. Juni
Foto: © Landestheater/Schomburg

Zum Stück:

Mit Alexander Muno verfasst ein junger, schon mehrfach preisgekrönter Komponist für das Landestheater ein Auftragswerk als Literaturoper. Erfahrungen mit Literaturvorlagen sammelte er bereits mit der Oper »Vom Meer« nach Ibsen für das Theater Heidelberg. Alexander Muno hat sich mit dem Entwurf einer Oper nach dem dramatischen Gedicht von Gabriele D’Annunzio einen sprachmächtigen Autor ausgesucht, der sich nicht nur als poetischer Wortkünstler einen Namen gemacht hat.

Sein Ruf als politischer Abenteurer und unersättlicher Frauenheld war nicht weniger legendär. »Traum eines Frühlingsmorgens« beschreibt eine unglückliche Liebe: Donna Isabella ist über dem Mord an ihrem Geliebten wahnsinnig geworden. Seitdem dieser in ihren Armen blutüberströmt starb, löst jede intensive rote Farbe, sei es von einer Beere oder einem Insekt, erneut den Schrecken dieses Moments aus.

Ihr Arzt hofft, sie mithilfe Virginios, des Bruders des Ermordeten, von ihrem Wahn erlösen zu können. Und tatsächlich bringt dieser ihr Linderung, indem er sie von jeglicher Schuld am damaligen Geschehen freispricht und in ihr Träume eines möglichen Lebensglücks auslöst. Dieses Glück aber ist nur für andere bestimmt, Isabella selbst will mit der Natur verschmelzen, im totalen Vergessen Befreiung finden.

Theater Nordhausen: "Die Tänzerin von Auschwitz"


Die Tänzerin von Auschwitz

Die Geschichte einer unbeugsamen Frau von Paul Glaser
Uraufführung: 7. April 2016
Weitere Aufführungen: 8. / 11. / 13. April, 21. Mai
Foto: © Theater Nordhausen

Zum Stück:

Sie war Tante Roosje, und sie war die „Tänzerin von Auschwitz“ – Rosa Glaser. Ihr Leben wurde von ihrem Neffen Paul Glaser in einer emotionalen Biographie nachvollziehbar gemacht. Rosa Glaser war eine lebenshungrige junge Frau, die als Jüdin in den Niederlanden von ihrem Mann verraten und von den Nazis verfolgt wurde. In Auschwitz betätigte sie sich abends als Tänzerin und Tanzlehrerin, während sie tagsüber an den Gaskammern arbeiten musste.

Der Tanz hielt ihren Lebenswillen wach und rettete sie vor dem Tod.Bianca Sue Henne und Jutta Ebnother führen mit vier Darstellern starke Bilder sowie Mittel aus Tanz, Figurentheater und Schauspiel zu einem Theaterabend zusammen.

Dabei finden Originaltexte Verwendung, in denen sich Rosa Glaser erinnerte. Tanz spielt als Teil der Handlung eine Rolle, gibt aber auch Momenten von Liebe, Zweifel und Trauer Ausdruck, die Rosa Glaser in ihren nüchternen, knappen Berichten auszusparen versucht hat. Silhouetten, Handpuppen, Marionetten und Gliederpuppen erweitern den Personenkreis des Spiels.

Hans Otto Theater Potsdam: "Asip und Jenny"


Asip und Jenny

von Angela Schneider
Uraufführung: 3. April 2016
Weitere Aufführungen: 11. April, 19. / 26. Mai
Foto: © Göran Gnaudschun

Zum Stück:

Ein Mädchen steht auf dem Brückengeländer. Sie will springen, doch ein fremder Junge reißt sie zu Boden. Sie beißt und beschimpft ihn – bis unter Weinen alles aus ihr herausbricht.

Gerade ist ihr Stiefvater ausgezogen, ohne sich von ihr zu verabschieden, ihre Mutter interessiert sich nur für den Beruf, und ihr Freund ist jetzt mit ihrer besten Freundin zusammen. Jenny fühlt sich allein, von allen verlassen. Doch wer ist der Junge, der sie gerettet hat?

Asip heißt er und ist mit seiner Familie vor dem Krieg in Afghanistan geflüchtet. Und sein Vater ist dort geblieben? Klar, Väter machen sich grundsätzlich davon, überall dasselbe. In ihrem Furor macht Jenny alles nieder – und Asip diskutiert nicht, sondern hört ihr zu.

Jeden Abend treffen sie sich nun auf der Brücke. Asip versucht zu verstehen, warum Jenny mit ihrem behüteten Wohlstandsleben so unzufrieden ist. Sehr behutsam beginnt er, ihr die Augen für die Verhältnisse und Gefühle ihrer Mitmenschen zu öffnen und ihr Mut zu machen – Mut, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Dann wird sie vielleicht auch verstehen, warum Asip so hart dafür trainiert, eines Tages als Läufer bei Olympia für seine neue Heimat anzutreten und zu siegen.

Düsseldorfer Schauspielhaus: "Die Kunst vom Fallen und Fliegen"


Die Kunst vom Fallen und Fliegen

von Ivica Šimić
Deutsche Erstaufführung: 3. April 2016
Weitere Aufführungen: 19.-22. April, 8.-11. Mai, 9. Juni
Foto: © Sebastian Hoppe

Zum Stück:

»Wer fliegen will, muss den Mut haben, den Boden zu verlassen.«

Wie schwer ist eigentlich Luft? Warum fliegt ein Ballon und ich nicht? Wie stark ist der Wind? Wie hoch kann ich springen, schwingen oder hüpfen, ohne dass ich falle? Die Kunst vom Fallen und Fliegen ist ein stürmisches Stück für die Allerkleinsten. Eine Tänzerin und eine Schauspielerin stellen Naturgesetze auf den Kopf, beschwören große Winde und zeigen, wie leicht die Schwerkraft eigentlich sein kann.

Ivica Šimić ist ein kroatischer Regisseur und Leiter des Theaters Mala Scena in Zagreb, eines der führenden Theater für junge Menschen in Kroatien. Sein Anliegen ist es, dass das Theater Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich beim Aufwachsen begleitet. Prägendes Element von Šimićs Inszenierungen ist die Interdisziplinarität, seine Arbeiten vereinen oft performative und tänzerische Elemente.

Šimićs Produktionen werden international gefeiert und touren durch die ganze Welt.sten, die für ihre Zeit Unvorstellbares glaubhaft machen wollten? Warum wird Scheitern nicht als Chance begriffen? Was spricht denn gegen ein Leben in einer imaginierten Welt, wenn sie doch die bessere ist? Ist diese Fähigkeit nicht Ausdruck ­außerordentlicher Kreativität? Aber wo verläuft die Grenze zum Wahnsinn, wann wird der Schutzraum zur Gefängniszelle?

Staatsschauspiel Dresden: "Wind.Mühlen.Flügel"


Wind.Mühlen.Flügel

Ein Rechercheprojekt nach Miguel de Cervantes' „Don Quijote“
Uraufführung: 2. April 2016
Weitere Aufführungen: 28. April, 17. Mai, 5. / 17. Juni
Foto: © David Baltzer

Zum Stück:

Ein junges Mädchen schläft an der Seite eines blond gelockten Jungen, der nur in ihrem Kopf existiert. Ein ehemaliger Kulturjournalist erinnert sich an eine Zeit, in der alles möglich schien. Eine Frau versucht immer wieder, ihre in Wahnvorstellungen gefangene Mutter in die reale Welt zurückzuholen. Eine Wissenschaftlerin forscht jahrelang und beweist schließlich, dass sie ihre These nicht beweisen kann. Ein junger Mann klettert aus dem Loch der Depression und stürzt wieder ab.

Alle kämpfen gegen Windmühlen, wie Miguel de Cervantes' (Anti-)Held, den er vor mehr als vier Jahrhunderten in die Welt hinaus schickte, um sie neu zu erfinden. Die Faszination für den „fahrenden Ritter“ ist seit der Publikation des Romans ungebrochen.

Wie sähe unsere Welt auch aus ohne all die Utopisten, die für ihre Zeit Unvorstellbares glaubhaft machen wollten? Warum wird Scheitern nicht als Chance begriffen? Was spricht denn gegen ein Leben in einer imaginierten Welt, wenn sie doch die bessere ist? Ist diese Fähigkeit nicht Ausdruck ­außerordentlicher Kreativität? Aber wo verläuft die Grenze zum Wahnsinn, wann wird der Schutzraum zur Gefängniszelle?

Staatstheater Nürnberg: "Die Lotterie / Frauen des Krieges"


Die Lotterie / Frauen des Krieges

2 Geschichten für 5 Schauspieler von Karine Khodikyan
Uraufführung: 2. April 2016
Weitere Aufführungen: 10. / 19. April, 2. / 14. Mai
Foto: © Marion Bührle

Zum Stück:

Unbegrenzt Leben und Arbeiten in Europa und dazu noch ein eigenes Heim? Und das alles per Losglück? Aus den USA kennen wir die GreenCard-Lotterie, aber jetzt in Europa und dann auch noch unter verschärften Bedingungen, als Spielshow im Fernsehen? 5 Personen kämpfen um Pass, Arbeitsstelle und Eigenheim. Das ist die Setzung der armenischen Autorin Karine Khodikyan im ersten Teil ihres Stückes für fünf Schauspieler „Die Lotterie“. Im zweiten Teil, den sie „Frauen des Krieges“ nennt, erleben wir dieselben Menschen in einer verwandelten Situation. Es herrscht Krieg …

Landestheater Linz: "Radikal"


Radikal

Schauspiel von Brigitta Waschnig
Uraufführung: 26. März 2016
Weitere Aufführungen: 5. / 7. / 13. / 16. / 26. April, 11. / 12. Mai, 3. Juni
Foto: © Reinhard Winkler

Zum Stück:

Was treibt junge Menschen an, sich einer radikalen Gruppe anzuschließen? Ist es das Aufbegehren gegen die Erwachsenengeneration, ist es pure Abenteuerlust oder die Suche nach einer funktionierenden Gemeinschaft? Sind es religiöse oder politische Motive? Oder die individuelle Sehnsucht, seinem Leben eine Bedeutung zu geben? Sind es Jugendliche, die aus zerrütteten Verhältnissen kommen oder kriegstraumatisierte Kinder, die in Österreich auf Asyl hoffen? Oder kann auch ein älterer Mensch noch radikal werden? Diesen und anderen Fragen gehen Jugendliche und Erwachsene auf den Grund und entwickeln daraus mit Brigitta Waschnig und dem u\hof: Team einen Theaterabend.

Junges Theater Bonn: "An der Arche um acht"


An der Arche um acht

von Ulrich Hub
Uraufführung: 26. März 2016
Weitere Aufführungen: 10. / 11. / 13. / 27.-30. April, 5. / 6. / 15.-18. / 27.-31. Mai, 1. / 6. -8. / 30. Juni, 1. / 2. Juli
Foto: © Junges Theater Bonn

Zum Stück:

Pinguine streiten gerne. Auch über die Frage nach Gott. Ist der liebe Gott wirklich lieb? Sieht er alles? Oder gibt es ihn vielleicht gar nicht?

„An der Arche um Acht“ – das ist die Anweisung, die die Taube den zwei Pinguinen gegeben hat, denn die gehören zu den Auserwählten, die auf die Arche Noah dürfen. Die Taube hat wirklich alle Flügel voll damit zu tun, die Rettung aller Tierarten zu organisieren. Es regnet schon seit einigen Tagen, und viel Zeit bleibt nicht mehr. Doch die beiden Pinguine stehen vor einem großen Problem: Sie dürfen nur zu zweit auf die Arche, aber sie können unmöglich ihren Freund, den dritten Pinguin, im Stich lassen. Und dann kommen sie auf die rettende Idee…

In seiner Aktualisierung der biblischen Geschichte gelingt es Ulrich Hub ebenso humorvoll wie kindgerecht, über Freundschaft, göttliches Gesetz und menschliche Nächstenliebe, über Glauben und Nicht-Glauben nachzudenken.

Dabei werden die großen, philosophischen Fragen, die jedes Kind früher oder später stellen wird, von den drei Pinguinen ganz konkret auf den Punkt gebracht. Ob Gott in einen Koffer passt? Kann man ihn sehen? Ist Gott unfehlbar? Ist Gott der Schöpfer allen Lebens? Kommen alle, die gestorben sind, in den Himmel? Kann Gott irren? Mit Figuren, die sich zu markanten Charakteren entfalten, spielt der Autor theologische Fragen am konkreten Katastrophenfall durch und zeigt am Beispiel der drei Pinguine, die nach göttlichem Gebot nur zwei sein dürfen, was Solidarität wert ist.

 

Deutsches SchauSpielHaus: "Funny Girl"


Funny Girl

von Anthony McCarten
Dspr. EA: 19. März 2016
Weitere Aufführungen: 4.-6. April, 25. Mai, 16. / 17. Juni, 4.-7. Juli
Foto: © Sinje Hasheider

Zum Stück:

„Also, ich habe eine Mission. Ich will Vorurteile bekämpfen. Das ist mein Kreuzzug. Ich will euch zeigen, dass sogar Fatwa und Terrorismus und religiöser Extremismus ihre lustigen Seiten haben.“

Die junge Londonerin Azime stammt aus einer kurdischen Familie, und fühlt sich hin- und hergerissen zwischen Ost und West, Islam und Säkularismus. Ihre Eltern sind stolze Kurden, die ein Möbelgeschäft in einem typisch migrantisch geprägten Londoner Vorort betreiben. Ihre Mutter will die eigenwillige Azime so schnell wie möglich verheiraten. Sie aber träumt davon, Comedy-Star zu werden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Heimlich besucht sie einen Comedy-Kurs und feiert bald Erfolge als erster weiblicher, kurdischer Comedy-Star – in Burka. Ihre Eltern sind entsetzt, und im Internet erhält sie Morddrohungen. Auf sich allein gestellt, muss Azime herausfinden, wie es ihr gelingen kann, diese unvereinbar scheinenden Welten miteinander zu verbinden und dabei ihren eigenen Weg zu finden.

Anthony McCartens Roman ist eine hochexplosive interkulturelle Gesellschaftskomödie, in der alle gängigen Klischees und Themen – Ehrenmord, Terrorismus, die Rolle der Frau – aufgegriffen und anhand einer packenden, unterhaltsamen Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden. Sein Roman, in dem eine kurdisch-stämmige Familie durch das Lachen wieder zueinander findet, ist eine Verbeugung vor dem Humor, der über Hass, Intoleranz und gegenseitiges Unverständnis triumphiert – und Menschen zu verbinden vermag.

Staatstheater Braunschweig: "Offener Himmel"


Offener Himmel

Über das Konvertieren von werkgruppe2
Uraufführung: 18. März 2016
Weitere Aufführungen: 3. / 8. / 15. / 21. April, 27. Mai, 4. / 24. Juni
Foto: © Volker Beinhorn

Zum Stück:

Was lässt uns glauben? Wie beten wir, worum bitten wir, was tröstet uns? Woran zweifeln und womit hadern wir? Warum lässt uns Gott allein? Und wodurch verlieren wir unseren Glauben? Das musikalische Recherche-Theaterstück der werkgruppe2 sucht nach dem religiösen Leben hier und heute.

Dafür wurden in den letzten Monaten Menschen interviewt, die ihre Religionszugehörigkeit verändert haben und heute dem Islam, Judentum oder Christentum angehören oder ohne Glauben leben. Zentral waren in den Gesprächen Beschreibungen der persönlichen Rechtfertigungen von Glauben, der Religionsfreiheit und der Sehnsucht nach »dem Magnetischen von Religion«.

Lange war die Religion in Deutschland totgesagt, doch mit Beginn des neuen Jahrtausend setzte ein stetes Umdenken ein und die Frage nach »Religion als Sinnressource für unsere Demokratie« wurde von dem Philosophen Jürgen Habermas gestellt. Heute gibt es politisch betrachtet kaum ein spannungs- und diskussionsreicheres Verhältnis als jenes von Religion und säkularer Gesellschaft. Wie können wir religiöse Toleranz besser leben? Trägt die Kenntnis über die Differenzen im Glauben zu mehr Verständnis bei? Auch wenn wir sehr unterschiedlich oder gar nicht glauben, was verbindet uns? Nach »Polnische Perlen«, »Erdbeerwaisen« und »Fliehen & Forschen« ist dies die vierte Arbeit der werkgruppe2 in Kooperation mit dem Staatstheater Braunschweig.

Theater Magdeburg: "Die Andere"


Die Andere

Kammeroper von Sidney Corbett und Christoph Hein
Uraufführung: 18. März 2016
Weitere Aufführungen: 27. März, 7. April, 14. Mai
Foto: © Theater Magdeburg

Zum Stück:

Abraham wurde prophezeit, dass er Stammvater eines Volkes werde. Doch seine Position ist bedroht: Seine Frau Sara hat keinen Sohn geboren. Sie schlägt ihm vor, stattdessen ihre Magd Hagar zu schwängern. Tatsächlich wird Hagar schwanger und auch Sara erwartet wider alle Erwartungen ein Kind.

Abrahams Machtansprüche scheinen gesichert, aber die Saat des Konfliktes – nicht nur zwischen den beiden Frauen – ist gelegt.

Nach ihrer ersten erfolgreichen Zusammenarbeit mit »Noach«, 2001 uraufgeführt in Bremen, haben sich der amerikanische Komponist Sidney Corbett und der deutsche Schriftsteller und Dramatiker Christoph Hein erneut einem biblischen Stoff zugewendet. Sie entkleiden die Geschichte über den Stammvater der Juden und der Muslime ihrer religiösen Überhöhung und führen sie auf die Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens zurück: Wie skrupellos kämpfen wir um unsere Macht? Wie lebenswert ist eine Ordnung, die daraus resultiert?

Deutsches Theater Berlin: "Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren"


Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren

nach dem Roman von Antonia Baum
Uraufführung: 13. März 2016
Weitere Aufführungen: 17. März, 12. / 28. April
Foto: © Arno Declair

Zum Stück:

Theodor Püppi, ich habe dauernd Angst um euch. Aber ihr seid schließlich meine Kinder und nicht auf den Kopf gefallen.

Romy Siehst du, und genau das ist das Problem! Mit dir als Vater muss man den ganzen Scheiß alleine regeln, sogar Sorgenmachen um sich selbst, weil du nicht mal das für einen übernimmst.

Theodor ist ein unmöglicher, ein unfassbarer Vater, von dem nicht zu erwarten ist, dass er seinen drei Kindern in konventioneller Weise beim Großwerden hilft. Im Gegenteil. Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin rasant-komisch das Katastrophenszenario einer abenteuerlichen Kindheit und die nächtliche Suche der geschwisterlichen Schicksalsgemeinschaft nach ihrem verschwundenen Vater.

Ein Vater, von dem es keine Erlösung gibt. 

Der Roman wird von Anja Behrens zusammen mit drei Ensemblemitgliedern und sechs Kindern und Jugendlichen auf der Bühne gebracht. Die in Dänemark lebende Regisseurin ist bekannt für ihre dichten, bildstarken und atmosphärischen Inszenierungen. Der Roman Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren ist im Verlag Hoffmann und Campe erschienen.

Landestheater Linz: "Lehmann Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie"


Lehmann Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie

Deutsch von Gerda Poschmann-Reichenau
Österrreichische EA: 12. März 2016
Weitere Aufführungen: 16.-20. / 22.-24. / 26.-28. / 30. / 31. März, 1.-3. / 5.-15. April
Foto: © Jakob Schnetz

Zum Stück:

„Lehman Brothers“ – der Name gilt als Inbegriff von Insolvenz und Finanzkrise. Doch wer kennt schon die Geschichte der Gründerfamilie dieser mächtigen US-amerikanischen Investmentbank, von der nichts blieb als ein Schuldenberg in Höhe von geschätzten 200 Milliarden US-Dollar?

Drei Jahre lang hat Stefano Massini recherchiert, hat akribisch Unmengen von Material gesammelt und. Das Ergebnis ist ein atemberaubender Text, der den Weg dieses zum Mythos des Zusammenbruchs gewordenen Unternehmens über drei Generationen nachzeichnet: eine Familien-Saga, die man zugleich als Autopsie des Kapitalismus lesen kann.

Es beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Gründung einer kleinen Textilhandlung in Montgomery durch drei aus Süddeutschland eingewanderte Brüder, Söhne eines jüdischen Viehhändlers, und endet rund 150 Jahre später mit dem Ausverkauf eines Finanzimperiums.

Bühnen Graz / Schauspiel: "FREQUENZEN"



Frequenzen

Nach Motiven aus dem Roman „Die Frequenzen“ von Clemens J. Setz
Fassung für das Schauspielhaus Graz von Alexander Eisenach

Uraufführung: 12. März 2016
Weitere Aufführungen: 17. / 30. März, 6. / 8. / 16. / 20. April, 17. Mai
Foto: © Lupi Spuma

Zum Stück:

Alexander Kerfuchs lebt in einem Zustand ständiger Verwirrtheit. Nicht nur, weil seine synästhetische Wahrnehmung in Frequenzbereiche vordringt, die anderen Menschen verborgen bleiben. Auch, weil er als Kind erleben musste, wie sein Vater im Keller des Einfamilienhauses einen Riss entdeckt und bald darauf die Familie verlässt. 700 Seiten später taucht der erwachsene Kerfuchs auf der zweiten Hochzeit des Vaters auf, mit jahrzehntelanger Wut im Bauch.

Dazwischen passiert allerhand, aber eigentlich geht es nicht darum die Geschichte von Kerfuchs stringent zu erzählen; es geht um die Geschichten zahlreicher Gestalten, die sein Leben in Graz kreuzen oder in zeitlichen oder räumlichen Paralleluniversen daran vorbeileben. Eigentlich ist es unmöglich, diesen Roman des Grazer Literaturstars Clemens J. Setz angemessen zu dramatisieren und der Theaterabend kann und soll keinesfalls die Lektüre ersetzen!

Aber das Theater sendet auf einer eigenen Frequenz und gibt mit seinen Mitteln den Kosmos des Romans wieder. Der Regisseur Alexander Eisenach, geboren 1984 in Ost-Berlin, kennt den Autor Setz, dessen preisgekrönter, jüngster Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ in den Feuilletons gerade wochenlang mit hymnischen Kritiken bedacht wurde, schon seit Langem und bezeichnet „Die Frequenzen“ als eines seiner Lieblingsbücher.

Er wird sich ihm – ausgestattet mit einer carte blanche des Autors – mit Respekt, Furchtlosigkeit und Videotechnik nähern und mit den Schauspielerinnen und Schauspielern das Erzählen als uralte Kulturtechnik erforschen. Dabei schöpft er aus den Erfahrungen, die er u. a. am Centraltheater Leipzig, am Schauspiel Frankfurt, am Zürcher Neumarkttheater und am Schauspielhaus Hannover mit der Inszenierung von formal herausfordernden Stücken, Romanen und Filmadaptionen gemacht hat.

Staatstheater Stuttgart / Schauspiel: "I’m searching for I:N:R:I"



I’m searching for I:N:R:I

(eine kriegsfuge) von Fritz Kater
Uraufführung: 11. März 2016
Weitere Aufführungen: 16.-18. / 21.-23. März, 1. / 6. / 7. April
Foto: ©Thomas Aurin

Zum Stück:

Westdeutschland Ende der 50er Jahre – das Gefühl der Stabilität und des geglückten Neubeginns spiegelt sich in der Beziehung zwischen der rätselhaften Rieke und Maibom, einem Journalisten und Nazijäger. Maibom und Rieke leben im siebten Jahr ihrer Beziehung, vielleicht wollen sie heiraten. Als Maibom von einer Reise aus Brasilien und Kuba zurückkommt, ist Rieke verschwunden, die gemeinsame Wohnung durchwühlt. Ist sie entführt worden? Es entspinnt sich ein Spionagethriller, der auf drei Zeitebenen das schicksalhafte Scheitern der Liebes- und Lebensgeschichte dieser beiden Figuren zeigt.

Das Deutschland während des Zweiten Weltkriegs, das Wirtschaftswunderland nach dem Krieg und die Vorwendezeit 1989 lassen die Protagonisten zu Opfern der jeweiligen gesellschaftlichen Umstände werden und stellen zugleich die Frage nach persönlicher Schuld und Verantwortung. Maibom macht sich auf die Suche nach Rieke. Wie der Sänger Orpheus in der griechischen Mythologie will er seine Geliebte zurückholen und folgt ihr ins Reich der Schatten. Die Spuren führen nach Bonn-Bad Godesberg und die Eifel. Sie sehen sich wieder. Erkennen sie sich?

Ein Genrespiel zwischen Melodram und Film Noir über die Macht der Vergangenheit und eine Liebe, die nicht alles überwinden kann. Jossi Wieler, Intendant der Oper Stuttgart, inszeniert nach sechs Jahren zum ersten Mal wieder am Sprechtheater. Fritz Katers Stück erzählt deutsche Geschichte aus einer ganz eigenen Perspektive. Das Stück ist eine andere, überraschende Art der Reflexion über die Wunden des Krieges. Es geht um „normale“ Menschen, keine Helden der Geschichte.

Agenten ihrer selbst. Vielleicht vergleichbar mit Fassbinder-Figuren: Menschen machen Geschichte, ohne dass ihnen das so richtig bewusst ist. Das hat mich im Kern berührt. Der 2. Weltkrieg wird oft nur moralisch reflektiert; das ist hier nicht der Fall. Es gibt keine Betroffenheit. Das Stück ist eher ein Vexierbild der Geschichte, das sich auch nach und nach nicht zu einem Ganzen zusammenfügt. Spuren der Geschichte, Versehrtheiten, verletzte Identitäten setzen sich in dieser „kriegsfuge“ fort über den langen Zeitraum von 1941 bis 1989. Sie klingen nach, wiederholen sich, werden weitergegeben. Eine Geschichte wie ein Krimi.

Theater Basel: "Die Bacchen"



Die Bacchen

Schauspiel von Euripides in einer Bearbeitung von Roland Schimmelpfennig
Uraufführung: 11. März 2016
Weitere Aufführungen: 31. März, 3. / 7. / 15. / 17. April
Foto: ©Simon Hallström

Zum Stück:

«Die Bacchen» des Euripides, 406 vor Christus im Exil verfasst, zählt zu den grössten und zugleich auch rätselhaftesten antiken Tragödien. Dionysos, Gott des Rausches, der Ekstase und der Fruchtbarkeit, sucht die griechische Stadt Theben heim. Doch Pentheus, König von Theben, weigert sich, Dionysos als Sohn des Zeus und somit als Gott anzuerkennen.

In einem schier aussichtslosen Kampf lehnt sich Pentheus gegen den Kult um Dionysos auf und wird dafür auf das Entsetzlichste bestraft, denn Götter sind nicht gnädig. zwei unversöhnliche Prinzipien stossen aufeinander: rationales, kühles, in Frage stellendes Denken und kalkulierende Staatsraison einerseits, und die Forderung nach bedingungslosem Glauben andererseits. Zwei Extrempositionen ringen um gesellschaftliche Vormachtstellung.

Schliesslich lässt Dionysos, der keine Widerrede duldet, seine Anhängerinnen, die Bacchen, am König Rache nehmen. Denn die Allmacht der Götter darf nicht angezweifelt werden. An den Konsequenzen leidet der Mensch–Opfer, jedoch auch Täter, wenn deren Rausch verflogen ist. Die antizivilisatorische Barbarei der Bacchen scheint heute aktueller denn je, denn ungewiss bleibt, ob das traurig an die Prinzipien der Aufklärung gemahnende Europa den ideologischen Kampf gegen die selbsternannten Rächer Gottes gewinnen wird.

Mit Roland Schimmelpfennig hat sich einer der relevantesten Gegenwartsdramatiker jener so grausamen Tragödie angenommen und eine präzise, schnörkellose und umso mitleidlosere Neuübersetzung verfasst, die von Robert Borgmann, der 2015 bereits das zweite Mal in Folge zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, uraufgeführt wird.

Niedersächsisches Staatstheater Hannover / Schauspiel: "Das Anadigiding III: Die Welt von morgen"



Das Anadigiding III: Die Welt von morgen

von und mit Rainald Grebe
Uraufführung: 10. März 2016
Weitere Aufführungen: 20. März, 6. / 12. / 22. / 28. April
Foto: © Karl-Bernd Karwasz

Zum Stück:

Aller guten Dinge sind drei. Nach Das Anadigiding und Das Anadigiding II: Die Stadtrundf@hrt folgt nun der letzte Teil unseres Dreijahresprojekts zum großen Zeitenumbruch. An diesem Abend eröffnen wir mit zahlreichen Mitstreitern unsere Zukunftsmesse - Leben, Lieben, Arbeiten im Jahr 2020, 2030.

Wo und wie kaufen wir in zehn, 15 Jahren unsere Brötchen? Bezahlen wir noch mit Münzen oder schon mit Bitcoins, und wer bäckt sie überhaupt für uns? Noch Menschen oder schon Maschinen? Und wenn man uns dann alle Arbeit abgenommen hat, was machen wir eigentlich mit der ganzen Freizeit? Ehrenamt, Ratlosigkeit, dolce far niente oder doch das bedingungslose Grundeinkommen?

Werden die Dystopien eines Stephen Hawking, der dieser Gesellschaft in ihrer bisherigen Form noch 18 Jahre gibt, bevor die Maschinen zu unseren Ungunsten übernehmen, Wirklichkeit? Und was heißt das überhaupt, "Künstliche Intelligenz"? Und wieso kommt der auf genau 18 Jahre?

Ein Spiel auf Zeit. Die Weichen in Richtung Zukunft sind gestellt, ein Zurück scheint kaum mehr möglich. Oder doch?

Contrakreis Theater Bonn: "Der Pantoffel-Panther"



Der Pantoffel-Panther

Komödie von Dietmar Jacobs, Lars Albaum
Uraufführung: 10. März 2016
Weitere Aufführungen: 15.-20. / 22.-24. / 26.-31. März,
1.-3. / 5.-10. / 12.-17. / 19.-24. / 26.-30. April, 1. / 3.-8. / 10.-15. Mai
Foto: © Contrakreis Theater Bonn

Zum Stück:

Hasso hat ein Problem: als langjähriger Vertriebler von „Delaponte-Schuhen“, einem führenden Hersteller von edlen Lederpantoffeln, musste er sein eigenes kleines Büro dicht machen, weil die Geschäfte so schlecht liefen. Für seine warmherzige Gattin Röschen, die jetzt schon von einem neuen, bunteren Leben träumt, wenn Hasso in Rente ist, spielt er jedoch immer noch den fleißigen Ernährer, der morgens das Haus verlässt und abends um 17 Uhr nach Hause kommt.

In Wirklichkeit erledigt Hasso in dieser Zeit Hilfsjobs der eher skurrilen Art. Doch das damit verdiente Geld reicht hinten und vorne nicht. Um an mehr Geld zu kommen, löste er seine Lebensversicherung auf und verspekulierte sich an der Börse historisch, so dass er nun auf einem Berg Schulden sitzt, und die Altersversorgung von Röschen und ihm ist komplett weg! Wäre nicht sein gutmütiger Freund Rüdiger, der ihn ständig unterstützt, wäre der -finanzielle Supergau schon längst eingetreten.

In dieser Situation taucht der waschechte Italiener Luigi auf, der Hasso für den legendären „Panther“ hält, und ihm sehr viel Geld für einen Job in Aussicht stellt. Damit wäre Hasso auf einen Schlag alle seine Sorgen los! Und so nimmt das Chaos unaufhaltsam seinen Lauf.

Theater Aachen: "Partner"



Partner

Ein Barspiel von Thomas Melle
Uraufführung: 9. März 2016
Weitere Aufführungen: 20. / 26. März, 1. / 8. / 12. / 15. / 22. April
Foto: © Carl Brunn

Zum Stück:

Arno und Frank, zwei Kollegen, sitzen beim Feierabendbier: »Ja, ja … der Chef …«, man macht sich wirklich »Sorgen« um seinen Gesundheitszustand und seine psychische Verfassung. Der sollte am besten mal in Kur! Oder gleich in die Klinik! Man durchleuchtet ausführlich die schiefe Lage des Betriebs und trinkt sich vor allem die eigene Bequemlichkeit schön.

Bis plötzlich Klaus, der Chef, der geniale »Steve Jobs« der Werbeagentur, in der Arno und Frank arbeiten, höchst persönlich auftaucht und seinen neusten Geschäftsplan eröffnet: London ruft! Da rudern Arno und Frank mal ganz schnell zurück, man will nichts gesagt haben, denn jetzt steht die Frage im Raum: Wer geht am Ende mit nach London, und wer ohne Job aus der Kneipe? Eine kleine, treffsichere Beobachtung über Opportunismus und Loyalität.

Thomas Melle ist mit »Sickster« und »3.000 Euro« (2014 auf der Shortlist zum »Deutschen Buchpreis«) vor allem Romanlesern ein Begriff. Dabei werden auch seine Theaterstücke bereits seit Jahren erfolgreich an deutschen Bühnen aufgeführt. Sein Stück »Partner« entstand im Autorenlabor am Düsseldorfer Schauspielhaus und gewann 2008 beim amerikanisch-deutschen Autorenfestival »Gimme Shelter« den Publikumspreis. Zudem wurde Melle damit 2009 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. Der Regisseur Eike Hannemann, ein Weggefährte Melles, hat diesen Text jetzt wiederentdeckt und bringt ihn am Theater Aachen zur Uraufführung.

Staatstheater Mainz: "Hom – Das Schweigen der Männer"



Hom – Das Schweigen der Männer

von Taneli Törmä, Csaba Molnàr und Lander Patrick

Uraufführung: 6. März 2016
Weitere Aufführungen: 21. März, 17. / 25. April, 2. Mai
Foto: © Andreas Etter

Zum Stück:

Die Inspiration für HOM kam vom europäischen Aerowaves Network. Es kürt jedes Jahr die Aerowaves Twenty. Das sind jene vielversprechenden Choreografen, die jährlich von einer Veranstalterjury aus 33 Ländern aus ca. 600 eingesandten Arbeitsproben hervorgehoben werden. Drei der Aerowaves Twenty der letzten beiden Jahre haben wir dazu eingeladen, jeweils ein Männerduett für tanzmainz zu kreieren. Entstanden ist der Abend HOM (abgeleitet aus frz. Hommes = Männer).

POWER OF THE MO/VE/MENT von Taneli Törmä zeigt uns Männlichkeit, so wie wir sie heute wahrnehmen. Subtil hinterfragt es Rollenbilder unserer Gesellschaft, indem es uns zu einen philosophischen Trip in die Welt der geheimen Signal des Alltags einlädt. Taneli Törmä (Jg. 1985) ist ein Multitalent. Der ausgebildete Tänzer ist heute auch als Choreograf, Lehrer und Filmemacher unterwegs. Unter dem Label LOCATION X schafft er innovative Tanz- und Videoarbeiten, die die Grenzen von Tanz und Performance durchbrechen.

In Bewitched Love von Csaba Molnàr kommen zwei Tänzer als Comedians auf die Bühne, um ihr Publikum zu unterhalten. Es entsteht eine faszinierende Story, die in vielen Variationen am Ende doch nur die eine immer große Geschichte erzählt. Csaba Molnàr (Jg. 1986) wurde in der Slowakei geboren, begann sein Studium in Budapest und setzte es in den Performings Arts Research and Training Studios (P.A.R.T.S.) in Brüssel fort. Er ist heute einer der prägenden jungen Choreografen und Tänzer Ungarns und arbeitet u.a. mit Hodworks und dem BLOOM! Kollektiv.

In OHM von Lander Patrick befolgen die beiden Protagonisten einen Auftrag, den ihnen nie jemand gegeben hat. Mit geradezu heiligem Ernst geben sie sich einem Ritual hin, das auch für sie selbst immer undurchschaubarer wird. Nach und nach stellen sie ihr ganzes Können in den Dienst des abstrusen unbekannten Plans. Lander Patrick wurde 1989 in Brasilien geboren und zog bald darauf nach Portugal. Wann immer derzeit aufregende Produktionen aus seiner neuen Heimat kommen, ist Lander nicht fern. Er arbeitet u.a. mit Luis Guerra, Marlene Monteiro Freitas und Jonas Lopes.

Ein ganz und gar untypischer Dreiteiler, der zeigt, wie weit und formenreich Tanz heute sein kann!

Schauspiel Frankfurt: "Der goldene Fleiß"



Der goldene Fleiß

von Alexander Eisenach

Uraufführung: 6. März 2016
Weitere Aufführungen: 7. / 8. April
Foto: Birgit Hupfeld

Zum Stück:

In den Eingeweiden eines Schafes erkennt ein Voodoopriester in Darfur deutlich die Probleme Afrikas: Die Gesellschaft schaut dem eigenen Verfall zu, wiegt sich in der Lethargie der Kolonialzeit, gibt dem Westen die Schuld an der eigenen Unfähigkeit und bekämpft sich lieber wechselseitig, als gemeinsam Besserung zu schaffen. Aber es gibt einen Ausweg: Den »goldenen Fleiß«, der vor langer, langer Zeit von den europäischen Kolonialmächten gestohlen wurde. Die Freunde Jayson und Marbadu werden in den Norden geschickt, um ihn schleunigst zurückzuholen, denn er bringt Glück, Zufriedenheit und Wohlstand für alle.

Alexander Eisenach überschreibt in seinem für das AUTORENstudio entstandenen Stück den antiken Mythos vom »Goldenen Vlies« und transponiert die große Suche der Argonauten in unsere krisengeschüttelte Gegenwart – mit scharfem Blick auf uns und die Anderen.

Deutsches Schauspielhaus Hamburg: "Die disparate Stadt"



Die disparate Stadt

Kühne Widerspenstigkeit oder bequeme Touristenattraktion?

Uraufführung: 5. März 2016
Weitere Aufführungen: 9. März
Foto: © Christian Bartsch

Zum Stück:

»Die disparate Stadt« will sich den Ausschlägen gegenkultureller Widerspenstigkeit in Hamburg widmen: von der Swing-Jugend der 30er Jahre bis ins Heute.

Das Theater überprüft dabei seine eigenen Reglements: kein fester Eintritt, keine festen Rollen, kein Ende. Musikschaffende und Rollschuhfahrende, Turnende und Tanzende, Schauspielende sowie St. Pauli-Archivierende bilden das städtische Disparat. Großer Teil der Mitgestaltenden sind die »Hallo Festspiele«, deren Arbeitsweise radikales Ernstnehmen ist: Das SchauSpielHaus wird eine erkundbare Nachbarschaft und die Seife verwandelt sich in eine Brandschutzexpertin.

Die HALLO Festspiele sind ein künstlerisches Format bestehend aus Architektur, Performance, Spiel, Kommunikation, Musik, Diskurs und Küche. Mit Mitteln eines transdisziplinären Festivals spielt es Raumentwicklungen, bis sie wirklich werden. Ihre Haltung ist dabei radikales Ernstnehmen aller am Prozess Beteiligten.

Dafür hat sich Hallo dieses Jahr das Kraftwerk Bille in Hammerbrook als Spielort gewählt, für den ein langfristiges Nutzungskonzept gefunden werden soll. Ständig forscht und probiert Hallo dazu in großen und kleinen Kontexten, die im Spätsommer diesen Jahres vorerst in einer Festspielwoche münden. Jetzt probieren die Hallos ihre Prinzipien auch im Rahmen der disparaten Stadt am Schauspielhaus, indem sie z.B. fragen: Was kann hier passieren? Wen gibt es hier? Wie kann das alles anders funktionieren? Und was passiert eigentlich, wenn ein Festivalformat, das gar kein Festivalformat ist, Theater macht, das gar kein Theater ist?

Falls immer noch jemand nicht 100%ig klar sein sollte, was das eigentlich soll, fragt uns – jede Vorstellung hat auch ihren Nach-Teil!

Im Anschluss an das Stück heißt es dann Auszug der Widergespenster aus dem Haus, hinein in den Nach-Teil. Es darf miteinander gesprochen, gegessen, getanzt werden. Nur 34 mittelgroße Schritte vom MalerSaal entfernt braut sich etwas zusammen: Ein gemeinsames Abendmahl und selbst gemachte, hochprozentige Getränke ohne Sky-Abo und Coca-Cola-Fußabtreter – von und mit Harmony Horizon, Pelle Buys, Dj Kostja Geld, Schorsch Kamerun, Thomas Becker, Thomas Baldischwyler, Ralf Köster, L.C.Knabe, Viktor Marek und Superdefekt!

Salzburger Landestheater: "Cyber Cyrano"



Cyber Cyrano

Jugendstück von István Tasnádi / ab 12 Jahren

Uraufführung: 3. März 2016
Weitere Aufführungen: 9.-11. / 14. / 15. / 30. / 31. März, 1. / 4. / 5. April
Foto: © Anna-Maria Löffelberger

Zum Stück:

Immer online, alles teilen, alles posten … Der Umgang mit sozialen Netzwerken ist heute eine Selbstverständlichkeit. Doch die schier unbegrenzten Möglichkeiten des Internets bergen auch Risiken. Die Beurteilungswut, der Darstellungszwang und die Anonymität eröffnen neue Dimensionen. Davon erzählt das Stück des ungarische Autors István Tasnádi. Basierend auf einer wahren Geschichte mit verheerenden Folgen, erzählt er eine moderne Variante des Cyrano de Bergerac. Sein »Cyrano« allerdings ist ein 15-jähriges Mädchen und ihre »Poesie« verfasst sie online.

Susi steht total auf Matti, einen ihrer Klassenkameraden, nur leider steht der so gar nicht auf Mauerblümchen. Viel interessanter findet er Heni, die Neue in der Klasse – sie ist hübsch, cool, selbstbewusst und flirtet bald heftig mit Matti. Dagegen muss Susi dringend etwas unternehmen und sorgt dafür, dass Heni Viktor kennenlernt. Er ist der Sohn eines Diplomaten, der im Ausland lebt und seine Zeit mit Segeln und Reiten verbringt. Heni verliebt sich Hals über Kopf, denn zudem ist er auch noch richtig einfühlsam und versteht als einziger wirklich, was in ihr vorgeht! Die Online-Beziehung der beiden vertieft sich und Heni verliert nach und nach komplett das Interesse an Matti. Dafür sucht sie immer häufiger den Austausch mit Susi, die ja im Social-Network auch mit Viktor befreundet ist. Susi genießt die Aufmerksamkeit, die sie dank ihres coolen Freundes bekommt. Aber ist Viktor wirklich, was er zu sein scheint? Matti beginnt einiges zu hinterfragen und auch Heni dämmert es, dass in ihrer schönen Online-Welt hinter perfekt-bearbeiteten Fotos nicht immer der Mensch steckt, den man erwartet …

»Cyber Cyrano« erkundet das Internet als Spielwiese und Schnittstelle zwischen Realität und Fiktion: Welchen Schaden können virtuelle Geschöpfe anrichten? Wie fest verflochten sind die reale und die virtuelle Welt? Wie leicht ist es, Menschen in sozialen Netzwerken zu täuschen? Und was passiert, wenn Täter zu Opfern werden und umgekehrt?

Theater Dortmund: "Herr Orpheus geht zur Schule"



Herr Orpheus geht zur Schule

Mobile Kinderoper von Wiebke Hetmanek Musik von Monteverdi, Gluck, Offenbach u.a. ab 5 Jahren

Uraufführung: 1. März 2016
Weitere Aufführungen: 3. / 7.  März, 6.-8. / 11.-13. / 22. / 25.-29. April
Foto: ©Bettina Stöß (Stage Picture GmbH)

Zum Stück:

Erstmals produziert die Junge Oper Dortmund ein mobiles Musiktheaterstück, mit dem sie in Schulen und Kindergärten auftreten kann.

Herr Orpheus geht zur Schule erzählt mit wenigen Mitteln und viel Musik die Geschichte des antiken Mythos um den Sänger Orpheus. Dessen Gesang ist so betörend, dass ihm der Gott der Unterwelt erlaubt, seine geliebte Frau Eurydike aus dem Totenreich wieder in die Welt der Lebenden zurückzuholen. Ob ihm das tatsächlich gelingt, entscheiden die Kinder.

Zwei Sänger schlüpfen in diverse Rollen, während zwei Instrumentalisten Orpheus-Vertonungen aus verschiedenen Jahrhunderten spielen. In einer knappen Schulstunde erleben die Kinder in ihrem eigenen Klassenzimmer nicht nur eine spannende Geschichte – bei der sie auch immer wieder mitspielen können –, sondern erfahren dabei auch noch, was eine Oper ist.

Interessierte Schulen und Kindergärten können die mobile Oper bei der Theaterpädagogin Heike Buderus buchen. Aufführungsort ist das jeweilige Klassenzimmer, Vorstellungsbeginn in der Regel die 3. Stunde.

Theater Bielefeld "Dog Days"



Dog Days

von David T. Little
Oper in drei Akten Libretto von Royce Vavrek
Basierend auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Judy Budnitz

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Europäische EA: 27. Februar 2016
Weitere Termine: 1. / 12. März, 3. / 14. / 22. April
Foto: Plakatmotiv

Zum Stück:

Die Welt steht vor dem Untergang, die Menschheit am Ende ihrer Existenz(berechtigung): Im Ländlichen freundet sich Lisa mit Prinz an, einem als Hund lebenden Bettler. Damit löst sie nicht nur Begeisterung bei ihrer Familie aus. Lisas Brüder erliegen Drogenkonsum und Faulheit, ihre Eltern zermürben sich zwischen Überlebenskampf und Kinderliebe. Sukzessive treibt der ausgehungerte Clan einer Katastrophe entgegen …

Dog Days offenbart eine düstere Vision, einen finsteren Blick in den dunklen Abgrund der Menschheit, sich musikalisch speisend aus amerikanischer Klassik, finsteren sphärischen Klängen und Heavy-Metal-Elementen.

David T. Little (*1978) gehört zu den Newcomern der amerikanischen Musiktheaterszene, wird von der New York Times als einer der neuen Komponisten des 21. Jahrhunderts gefeiert; Dog Days von 2012 erweist sich im Kontext seines Schaffens als zentrales Opus, welches innerhalb kürzester Zeit auf diversen amerikanischen Bühnen zu sehen war, immer mit nachhaltigem Erfolg und besten Kritiken.

Die Verzahnung der dystopischen Erzählweise, die dicht an den Figuren bleibt, und der ins Mark gehenden Musik erzeugt eine neue Form des Musiktheaters – spannend für alle Altersklassen und zum Nachdenken anregend.

Niedersächsisches Staatstheater Hannover / Schauspielhaus "Amerikanisches Detektivinstitut Lasso"



Amerikanisches Detektivinstitut Lasso

von Nis-Momme Stockmann und Les Trucs

Uraufführung: 17. Februar 2016
Weitere Aufführungen: 20. / 24. Februar, 1. / 5. / 17. März
Foto: © Katrin Ribbe

Zum Stück:

Ein unsicher wirkender junger Mann, der Autor eines neuen noch zu schreibenden Musicals über den Massenmörder Fritz Haarmann, checkt im City-Hotel am Thielenplatz ein. In seinem anfänglich unverfänglichen Gespräch mit dem Rezeptionisten verwickelt sich der junge Mann schon bald in tiefe Widersprüche betreffend seines Auftragswerkes.

Die Dispute über Sinn und Zweck dieses Auftrags setzen sich auf unterschiedlichste Weise fort, mit dem Intendanten des Schauspiels, seinem Lektor und der Dramaturgie. Und immer stärker kristallisiert sich die Frage heraus, was Kunst eigentlich soll, was sie kann, was sie je für uns getan hat. Wie frei darf Kunst sein? Ist sie abhängig von der gesellschaftlichen Reflexion eines Themas und den dazu veröffentlichten privaten Meinungen? Darf Fritz Haarmann in einem Musical singen?

In seinem neuen Stück Amerikanisches Detektivinstitut Lasso reflektiert Nis-Momme Stockmann die heutige Schwierigkeit eines ge- sellschaftsverändernden und politischen Kunstanspruches. Er plädiert für eine Kulturtechnik, in der das Scheitern kein Synonym für Versagen, sondern ein  Ausgangspunkt für produktive Zweifel ist. Gemeinsam mit der Band Les Trucs ist so eine »Ode der Positivität« entstanden, die uns für die ohnehin bevorstehenden Veränderungen wappnet, uns zu gemeinsamen Beschlüssen ermutigt und den Blick freimacht, statt ihn unproduktiv auf herrschende Differenzen zu lenken. Ein Musical über das Scheitern an einem Musical über Fritz Haarmann.

Bayerische Staatsoper „South Pole“


> Trailer zu South Pole anschauen

1910 begannen zwei konkurrierende Teams ihre Expeditionen in die Antarktis: ein britisches um Robert Falcon Scott und ein norwegisches um Roald Amundsen, im Wettlauf um die Ehre, der erste Mensch am Südpol zu sein. Amundsen gelangte einen Monat vor Scott ans Ziel; Scott und seine vier Begleiter kamen im Schneesturm auf dem Rückweg ums Leben. Der Nachricht von Amundsen Erfolg folgte bald diejenige von Scotts heroischem Scheitern. Scott wurde zur tragischen Legende.  Die Oper von Miroslav Srnka und Tom Holloway erzählt davon, was zwischen den Zeilen der überlieferten Dokumente steht: was in den Männern in der langen Zeit des Winters vor sich geht, welche Empfindungen die Einsamkeit im Eis hervorruft, wie aus der Zusammenarbeit auch Konkurrenz und Anspannung erwachsen, wie sich im Widerstreit von nationalem Pathos und alltäglichen Geschäften absurd komische Situationen ergeben, in welcher Weise die Männer an ihre daheimgebliebenen Frauen dachten. Schließlich ist der Südpol nur ein weißer Fleck in einer weißen Ebene, der Reiz, diesen Punkt zu erreichen, vollkommen abstrakt, ein l'art pour l'art der Grenzüberschreitung.

 

 

1. Teil Erstes Telegramm:

Der Norweger Roald Amundsen teilt dem britischen Team um Robert Falcon Scott in einem Telegramm mit, dass auch seine Expedition Kurs auf die Antarktis nimmt. Der Wettlauf um die Eroberung des Südpols beginnt.

Ankunft: Beide Teams sind voller Enthusiasmus. Die Briten haben für den Transport Ponys mitgenommen, die Norweger setzen auf arktische Schlittenhunde. Zum Zeitvertreib im Basislager spielen die Briten Ball. Die Norweger planen eine Sauna; es treten erste Spannungen zwischen Amundsen und seinem Teammitglied Johansen zutage.

Winter: In der Dunkelheit des antarktischen Winters scheint die Zeit stillzustehen. Beide Teams hören ihnen vertraute Musik. Die Briten versuchen, ihrem Chef Scott zu erklären, was sie bewegt. Es werden Differenzen zwischen Scott und Oates deutlich. Oates sucht die Einsamkeit und ahnt, dass die Ponys den Anforderungen nicht gewachsen sein werden. Amundsen treibt sein Team voller Unruhe zur Vorbereitung der schweren Aufgabe an. Schließlich drängt er vorzeitig zum Aufbruch. Sein Team zwingt ihn zur Rückkehr in das Basislager. Scott erscheint seine Frau Kathleen. Er vermutet sie auf einer Party und misstraut ihrer Liebe.

Start: Johansen begehrt gegen Amundsen auf. Scott ermahnt seine Leute, Tagebuch zu führen. Ein Motorschlitten der Briten versagt seinen Dienst. Amundsen erinnert an das strikte Schreibverbot, das er seinem Team erteilt hat. Beide Teams brechen auf.

Wettlauf: Die Ponys der Briten erweisen sich als untauglich, die Norweger geraten auf ihrem Weg über das Eis immer wieder in Gletscherspalten. Scott wie auch Amundsen befragen den Sinn der gesamten Expedition. Amundsen erscheint die 'Landlady', eine frühere Vermieterin und Geliebte. Sie erklärt, sie müsse Chemikalien kaufen, und verschwindet. Trotz aller Schwierigkeiten kommen beide Teams zu diesem Zeitpunkt gut voran.

Die Tötung: Die Briten töten ihre erschöpften und ausgelaugten Ponys. Die Norweger töten ihre Hunde, die ihren Dienst erfüllt haben und als Nahrung für den Rückweg eingelagert werden. Während Scott es als seine Pflicht ansieht, der Schlachtung beizuwohnen, zieht sich Amundsen zu seinem Tagebuch zurück.

Daheim: In einer großen Vision setzen sich Amundsen und Scott mit sich selbst und ihrem jeweiligen Widersacher auseinander und zweifeln neuerlich am Sinn der Expedition. Wieder erscheinen ihnen Kathleen und die Landlady. Es wird deutlich, dass die Landlady mithilfe der Chemikalien seinerzeit Selbstmord begangen hat. Sie fordert Amundsen auf, sich dem Leben zu stellen. Kathleen ist der Eifersucht ihres Mannes überdrüssig. Scott wie auch Amundsen sehnen sich nach Anerkennung und Liebe. Das Gefühl der Einsamkeit wird stärker, das Ringen um den Erfolg härter und die Angst vor dem Scheitern unerträglicher. Der Kampf um den Südpol setzt sich fort.

2. Teil Briefe:

In Briefen an ihre Mütter schildern der Brite Oates und der Norweger Johansen ihre Skepsis und ihre Einsamkeit. Amundsen ertappt Johansen beim Schreiben und bestraft ihn für die Übertretung des Verbots.

Pol 1: Die Norweger gelangen an den Pol und stellen ihre Fahne auf. Die Expedition hat ihr Ziel erreicht. Amundsen wird weiterhin von Zweifeln geplagt, die er der Landlady anvertraut. Er hinterlässt Scott einen Brief, der an den norwegischen König gerichtet ist. Dann befiehlt er seinem Team die sofortige Rückkehr. Die Frauen: Kathleen Scott und die Landlady tauschen sich aus über ihre Ängste und die Sorge um die Männer sowie den Erfolg der Expedition.

Pol 2: Die Briten erreichen den Pol. Scott findet den Brief. Erschöpfung mischt sich mit der Enttäuschung, den Wettlauf verloren zu haben. Vögel: Der Anblick von Skua-Möwen versetzt Johansen in grimmige Vorfreude auf die bevorstehende Rückkehr. Auf britischer Seite nimmt die Erschöpfung zu; Evans bricht als erster zusammen. Die Norweger treffen auf ihr Depot der geschlachteten Hunde. Amundsen lässt sich zu einem Skirennen gegen Bjaaland hinreißen, das er knapp gewinnt.

Zusammenbruch: Evans ist tot. Die verbliebenen Briten müssen feststellen, dass in ihrem Zwischenlager der Brennstoff in den Kanistern verdunstet ist. Der Not der Briten stehen Überfluss, Übermut und Siegesgewissheit der Norweger gegenüber. Der von Amundsen erwartete Sturm bleibt aus; er wird von seinen Gefühlen überwältigt. Trotz Hunger und Erfrierungen sammeln die Briten Gesteinsfunde. Wilson verteilt Morphium. Oates erkennt, dass er den Strapazen nicht mehr gewachsen ist, und geht in den Kältetod.

Abschiede: Die Norweger erreichen ihr Basislager. Amundsen verkündet, dass er Johansens Beteiligung an der Expedition verleugnen wird, und bricht auf Richtung Heimat. Die drei noch lebenden Briten verkriechen sich in ihre Schlafsäcke. Bowers erfriert. Scott liest aus seinem Tagebuch. Ihn plagen Schuldgefühle. Auch Wilson stirbt. Scott sieht ein letztes Mal seine Frau Kathleen. Sie ahnt den Tod ihres Mannes. Die Landlady erscheint. Auch Amundsen wird von Todesgedanken verfolgt.

Letztes Telegramm: Amundsen erhält die Nachricht von Scotts Tod. Er widmet ihm den Pol.

Henry Arnold

Fotograf: © Wilfried Hösl